Günther Tammert einst deutsche Nachwuchshoffnung

Günther Tammerts heimliche Liebe: „Topmodel Australia“ (vorne links)
Foto: Metz

Vor seinem 40. Geburtstag hat Günther Tammert seinen eigenen Stil bekrittelt: „Ich spiele nicht mehr nach vorne!“, klagte er. Ein Jahrzehnt später scheint entweder mehr Lebensweisheit oder Tollkühnheit Einzug in seine Gehirnwindungen gehalten zu haben. Inzwischen hat sich Tammert, der heute seinen 50. Geburtstag feiert, den Kampfnamen als „Hexer von Balg“ verdient. Schon in manch verwickelter Partie riss er in Mannschaftskämpfen das Ruder noch taktisch herum. Heutzutage überlässt das größte Talent des Vereins das Brett ansonsten lieber seiner Gattin: Iamze Tammert, die Internationale Meisterin ist und in der Frauen-Bundesliga für die OSG Baden-Baden spielt. Der Haus- und Hoflieferant der Schach- gemeinschaft, der mit Getränken aller Art verhindert, dass im Alten Kindergarten einer durstig bleibt,

Zeigt dem Tiger die Kralle: Günther Tammert im Blitzduell mit Viswanathan Anand

galt einst als große Nach- wuchshoffnung. Mit Recken wie Großmeister Gerald Hertneck kreuzte er die Klingen, schlug sogar derlei Kaliber und wurde als deutscher B-Kaderspieler in die Bundeswehr-Sportkom- panie aufgenommen. Aber eine Auszeit (Günther sagt heute nur eines dazu: „Mädchen!“) verhinderte den ganz großen Durchbruch. Aber so schlecht ist es auch nicht, zu den vieljährigen Leistungsträgern der Rochade zu zählen. Seit zwei Jahrzehnten steht Tammert seinen Mann in der Ersten. Zuvor spielte das Anfang der 80er Jahre größte mittelbadische Talent stets für Hörden und nebenbei in der ersten französischen Liga für CE Straßburg.
In der kleinen Datenbank finden sich ein paar hübsche Siege des Geburtstagskindes, unter anderem von den deutschen Jugend-Meisterschaften 1982 in Dortmund oder von den zwei Länderspielen, die eine deutsche Auswahl um Ludek Pachmann gegen Kuwait zweimal 8:0 gewann (mit dabei auch Hartmut Metz). Die Rochade wünscht Günther alles Gute zum 50. Geburtstag!