Metz „schmiert“ am Schluss ab / Gute Ergebnisse für Gantner und Lorenz

Gewinner des zweitbesten „Seniorentellers“: Velimir Kresovic

Velimir Kresovic hat beim Grenke Chess Open am Schluss aufgetrumpft: Mit zwei Siegen verbesserte sich der Kuppenheimer auf 5,5/9. Dank seines Schlussrunden-Erfolgs über den mehrfachen deutschen Seniorenmeister Hans Werner Ackermann (Elo 2343) hätte er sogar fast den Seniorenpreis eingeheimst. Doch IM Anatoly Donchenko (Gießen) war 2,5 Buchholz besser und sicherte sich so die 300 Euro vor Kresovic und den IM Stefan Solonar und Klaus Klundt (beide Heusenstamm). In der Gesamtwertung belegte der Rochade-Altmeister Platz 143. Hartmut Metz „schmierte“ am Schluss völlig ab. Gegen den Emmendinger Jens Rahnfeld stellte er mit Weiß im Prinzip schon im siebten und achten Zug die Partie im höheren Sinne ein. Der Traum von der IM-Norm war damit endgültig geplatzt. Im letzten Duell ging auch nichts mehr wegen des Schwerfiguren-Generalabtauschs auf der c-Linie. Von den einst stolzen 30 Elo Zuwachs nach dem Remis gegen den U20-Weltranglistenersten Richard Rapport (2720) und weiteren Remis gegen starke Leute blieb am Schluss lediglich ein kümmerlicher Elo-Punkt übrig! Die 4,5 Zähler bedeuteten dank der besten Buchholz hinter Großmeister Alexander Graf (ebenfalls 4,5) Rang 234. Immerhin büßte Metz nach dem Kraftakt an fünf Turniertagen mit drei Kilogramm ein 24-stel seines Körpergewichts ein – wäre eigentlich eine sehr gute neue Abnehmtherapie für alle Interessierten, hätte er vorher nicht ohnehin nur 72 Kilogramm auf die Waage gebracht …
Die Weight Watchers sollten künftig alle zum Schach schicken! Ein paar Freunde, die das von ihm hörten, „erwägen“ nun ernsthaft eine Teilnahme 2017! 😉 Jedenfalls dürften so oder so bei der zweiten Auflage in Karlsruhe mehr als 1000 Spieler auflaufen. Diesmal waren es 965 (siehe weiteren Bericht über den Spitzenstand).
Für Michael Lorenz war der 421. Platz ein Erfolg. Er hatte schließlich permanent nominell deutlich überlegene Gegner. Deshalb sind 3,5/9 ein gutes Resultat. Zwei seiner fünf Remis (bei einem Sieg und drei Niederlagen) holte er am Ostermontag zum Abschluss. Den einen Elo-Punkt für den Sprung über 2000 sicherte sich Lorenz problemlos, auch wenn die Verwertung guter Stellungen zu wünschen übrig ließ.
Ähnliches gilt für den vierten Rochade-Crack in der Schwarzwaldhalle: Im B-Open konnte Ralf Gantner auch Rating zulegen. Mit 6/9 verpasste er allerdings den Sprung nach weit vorne. Die letzte Partie verlor der Kuppenheimer Jugendtrainer durch einen üblen Turmeinsteller. Mit einem Sieg über Jasmin Mangei (Untergrombach/1880) wäre ihm ansonsten der Satz in die Top Ten gelungen.