Remis gegen Weltranglisten-30. / Exzellenter Start für Kuppenheimer beim Grenke Chess Open in Karlsruhe

Wie der weltbeste Messerwerfer zielte auch Richard Rapport nicht gut genug auf Metz

Beim Grenke Chess Open hat Hartmut Metz für eine der ersten Sensationen gesorgt. Pressechef Georgios Souleidis zeigte nicht nur ein Bild des Kuppenheimers auf der Startseite – er verwies auch auf dessen Zweitrunden-Ergebnis: „Der zweite Tag des GRENKE Chess Open begann mit einigen Überraschungen. Die Mitfavoriten auf den Turniersieg, Richard Rapport und Hua Ni, kamen an den Livebrettern nicht über ein Remis hinaus. Hartmut Metz, eher bekannt für seine journalistischen Tätigkeiten, trotzte dem ungarischen Jungstar locker ein Remis ab.“ In einer Französisch-Partie hatte der Kuppenheimer FM, der in Karlsruhe im A-Open mit seiner Elo-Zahl von 2334 nur an Position 138 (!) gesetzt ist, erstaunlich wenig Mühe. Ein Bauerngewinn, den Metz im Visier hatte, konnte Rapport mit geschickten Springer-Manövern gerade noch verhindern – doch das Endspiel mit Springer und Läufer gegen zwei Springer und vier Bauern auf dem Königsflügel torpedierte alle Gewinnbemühungen.
Weil Rapport dennoch weiterspielte, tauschte Metz noch einen weiteren Bauern und opferte eine Figur für zwei weitere. Danach war der Abtausch des letzten schwarzen Bauern nicht zu verhindern. Da zwei Springer gegen Läufer und zwei Bauern maximal fürs Remis reichen, hatte der Weltranglisten-30. aus Ungarn (2720 Elo) ein Einsehen. Für Metz läuft es bei den Turnieren in Deizisau und dem Nachfolge-Turnier in Karlsruhe offensichtlich immer gut: 2009 hatte er dort auch den ersten 2700er „geknackt“ – auch wenn Arkadij Naiditsch aus Verluststellung heraus noch ein Dauerschach fand.
Ein Partienstrauß aus Karlsruhe, wo 940 Spieler in drei Open das Turnier in der Schwarzwaldhalle zum größten in ganz Deutschland machen, folgt. Metz liegt nach seinen weiteren Schwarz-Siegen über Tareq Syed (Frankfurt/2043) und Veaceslav Cofman (Untergrombach/2195) mit 2,5/3 vorzüglich im Rennen – doch mit Schachprinz Rasmus Svane (2531) lauert in Runde vier das nächste große Kaliber auf den Kuppenheimer.
Einen guten Start erwischten auch alle anderen Kuppenheimer: Velimir Kresovic unterlag zwar IM Alexander Belezky (Bayern München/2448), obwohl er eine sehr gute Stellung hatte – mit 2/3 liegt er jedoch auch im Soll. Das gilt ebenso für Michael Lorenz. Trotz seiner 1/3 kann er zufrieden sein angesichts des Gegnerschnitts von rund 2250 Elo. Allerdings verpasste er gleich zum Auftakt einen Sieg über Dirk Becker (OSG Baden-Baden/2286) in deutlicher Gewinnstellung. Am Schluss war Lorenz mit dem Remis noch gut bedient.
Ralf Gantner spielt im B-Open mit und steht nach drei Runden bei 2/3.
Das mit 40.900 Euro dotierte Turnier ist unglaublich stark besetzt. Selbst die Großen wie Gata Kamsky (2/3) oder Arkadij Naiditsch (2,5/3) mussten bereits Federn lassen. Vorne wurden nur der Chinese Li Chao und Alexej Schirow ihrer Favoritenrolle komplett gerecht.