Metz kommentiert Remis gegen U20-Weltranglistenersten

Wie der weltbeste Messerwerfer zielte auch Richard Rapport nicht gut genug auf Metz

„Schreibe Schlechtes, was Dir widerfährt, in den Sand und meißele Gutes in Stein“, soll der erste US-Präsident George Washington einmal geraten haben. Dem Ratschlag folgend dürfte Hartmut Metz beim Grenke Chess Open die erste Hälfte in Stein meißeln und sollte die zweite vom Winde verwehen lassen! In Erinnerung wird das Remis aus Runde zwei gegen den U20-Weltranglistenersten Richard Rapport (Elo 2717) bleiben. Für die Rochade-Homepage kommentiert der Kuppenheimer seine zweite Partie gegen einen 2700er. Wie anno 2009 gegen Arkadij Naiditsch in Deizisau stand Metz mit Weiß sogar etwas besser und glaubte, gewinnen zu können. Doch gegen Rapport war die Chance weit weniger real als gegen Naiditsch, der sich noch ins Dauerschach rettete (die alte Partie finden Sie hier ebenfalls eingebunden). Der erhoffte Bauerngewinn nach einem Lapsus des Ungarn gelang nicht. Mit geschickten Springermanövern zog Rapport den Kopf aus der Schlinge. Das Geburtstagskind, das an dem Tag 20 wurde und nur einen halben Punkt „geschenkt“ bekam, spielte danach noch eine Weile mit zwei Springern gegen Läufer und Springer,
auch wenn die jeweils vier Bauern auf dem Königsflügel kaum Gewinnchancen boten. Metz beruhigte sich dabei mit dem Gedanken, dass er nur zwei weitere Bauern abtauschen müsse, um danach jede Figur für einen Bauern zu geben. „Zwei Springer können nicht matt setzen“, weiß der Schach-Kolumnist auch deswegen genau, weil Metz erst unlängst Studienkomponist Alexej Troizki zum 150. Geburtstag würdigte. Der Russe hatte auch die nach ihm benannte „Troizki-Linie“ ermittelt, die auf dem Brett zeigt, wie weit hinten ein gegnerischer Bauer stehen muss, damit zwei Springer noch ein Matt gegen den sonst verwaisten König erzwingen können.
Weit spannender und interessanter war im Übrigen das Duell von Metz in der vierten Runde gegen Rasmus Svane (Elo 2528). Die kreative Partieanlage folgt demnächst kommentiert auf der Rochade-Homepage.


Das Fidelichtlein (li.) packt bereits mit 1.e4 – am Livebrett – die Remiskeule gegen den Supergroßmeister aus