3,5:4,5 nach sechseinhalb Stunden gegen Gottmadingen

Der „Überroller“: Hartmut Metz

Von Hartmut Metz
Die Rochade Kuppenheim hat alle Aufstiegschancen in der Schach-Verbandsliga frühzeitig verspielt. Obwohl die SF Gottmadingen so stark wie noch nie antraten (DWZ-Schnitt 2183), hatte die Schach- gemeinschaft gute Gewinnchancen – doch alle aussichtsreichen Positionen verdarben die Hausherren ins Remis. Nach mehr als sechseinhalb Stunden stand die 3,5:4,5-Niederlage in der Marathon-Schlacht fest. Die lange kämpfenden Hubert Schuh und Günther Tammert kamen nicht über Unentschieden hinaus, zudem musste Jean-Luc Roos aufgeben. Die Niederlage von Michael Lorenz glich Hartmut Metz umgehend aus. Er überrollte an Brett zwei Julian Schärer in 29 Zügen – Weiß fand dabei erstaunlicherweise nahezu immer den laut Computer stärksten Zug. Lorenz hingegen konnte die knappere Zeit von Ingo Klaus nicht nutzen und stellte nach zunächst gut verlaufener Eröffnung die Partie ein. Während Joachim Kick nicht um einen Friedensschluss herumkam gegen den angreifenden Günther Jehnichen, waren die Unentschieden von Markus Merklinger und Jochen Klumpp eher verschenkte Punkte. Klumpp war angeschlagen ins Match gegangen, weshalb er sich nach einer überzeugenden Vorstellung mit Grünfeld-Indisch doch mit einem Remis beschied. Das nahm Martin Leutwyler gerne an. Merklinger bekam es wie in Engen mit einem Donaueschinger aus alten Tagen zu tun: Wolfgang Steiger behandelte die Eröffnung zu optimistisch, so dass der Kuppenheimer in Vorteil kam. In aufkommender Zeitnot gab Merklinger das Duell aber doch „lieber Remis, obwohl ich wohl auf Gewinn stand“.
Beim 2,5:2,5 sah es dennoch gut für die Rochade aus. Tammert sowie Schuh hatten sich gewinnträchtige Stellungen erarbeitet. Roos verteidigte sich weiterhin zäh nach einem schnellen Bauern-Einsteller. Plötzlich wurde es aber für Tammert sogar gefährlich, weil er in vergeblichem Ringen um den Sieg einen gegnerischen Bauern zur Dame durchrennen ließ. Doch die Stellung mit weißem König auf e7, Turm auf g7 und Bauer auf f6 hielt gegen Dame, den eingeklemmten König auf h5 und den Bauern auf h6. Der Schweizer Thomas Akermann spielte noch einige Züge, bevor er diese aber doch wiederholte, weil er dauernd nur 30 Sekunden auf der Uhr hatte.
Zudem zog Alfred Weindl den Kopf aus der Schlinge, nachdem ihn sein früherer Vereinskamerad beim Bundesligisten SK Zähringen zuvor sehenswert überspielt hatte. Schuh zeigte seine beste Saisonleistung und knöpfte dem IM einen Bauern ab. Das Endspiel mit vier gegen drei Bauern war gewonnen. Allerdings ließ Schuh den Abtausch eines Bauern zu. So war plötzlich nichts mehr zu wollen, weil der wackere Schuh zwar den Läufer hätte gewinnen können mit seinen vorrückenden Bauern auf der e- und d-Linie – doch am Schluss wäre der h-Bauer und Läufer gegen Bauern auf h5 und g6 übrig geblieben. Die beiden wären zwar verloren gegangen – mit Läufer und falschem Randbauer war aber natürlich nichts mehr zu wollen. Schade nach diesem großen Kampf von Schuh!
Roos patzte bereits in der Eröffnung. Er übersah den Läufereinschlag auf h7, was ihn den Bauern kostete. Der Franzose verteidigte sich ewig im IM-Duell mit Peter Kühn. Aber das Endspiel war einfach zu schlecht. Die Rochade liegt nun mit 4:4 Punkten im Mittelfeld auf Rang fünf. Nach oben geht damit definitiv nichts mehr, selbst wenn Platz zwei zum Aufstieg reichen sollte. Heitersheim hat bereits vier Zähler mehr, und Gottmadingen (6:2) liegt auch in Lauerstellung hinter Topfavorit OSG Baden-Baden III (8:0).

    SGR Kuppenheim 2113     SF Gottmadingen 2183 3.25
1 1 Roos,Jean-Luc 2228   2 Kühn,Peter 2334 0 1 0.35
2 2 Metz,Hartmut 2210   3 Schärer,Julian 2228 1 0 0.47
3 3 Schuh,Hubert 2240   4 Weindl,Alfred 2311 ½ ½ 0.40
4 7 Tammert,Günther 2165   5 Akermann,Thomas 2146 ½ ½ 0.53
5 8 Klumpp,Jochen 2059   6 Leutwyler,Martin 2177 ½ ½ 0.34
6 10 Merklinger,Markus 2018   7 Steiger,Wolfgang 2231 ½ ½ 0.23
7 15 Lorenz,Michael 1985   8 Klaus,Ingo 2104 0 1 0.34
8 16 Kick,Joachim 1997   13 Jehnichen,Günther 1936 ½ ½ 0.59