Rochade schließt Saison nach 6:2-Erfolg in Freiburg auf Platz drei ab

„Der Hexer von Balg“ zieht immer wieder den Kopf aus der Schlinge: Günther Tammert holt mit 7,5/9 die meisten Punkte in der Verbandsliga

Die Rochade Kuppenheim hat die Verbandsliga-Saison als Tabellendritter beendet. Durch einen 6:2-Erfolg beim ehemaligen Bundesligisten SK Freiburg-Zähringen hievte sich die Schachge- meinschaft auf 12:6 Punkte. Der hohe Sieg gelang, obwohl Spitzenspieler Jean-Luc Roos wegen eines Todesfalls in der Familie ausfiel und die Rochade nur zu siebt an die Bretter ging. Nach den zwei Unentschieden mit den schwarzen Steinen von Hubert Schuh gegen den starken Paul Geuss und Markus Merklinger gegen Maximilian Schaum übernahm der Gast das Ruder. Das 1:2 glich Jochen Klumpp mit leichter Hand aus. Schon früh gewann er durch einen Trick eine Figur. Lucas Niewerth schleppte die Partie aber trotz fehlender Kompensation noch eine Weile hin. Die hatte Velimir Kresovic für zwei geopferte Bauern. Helmut Scherer schien auch noch die Qualität zu gewinnen – indes leitete Kuppenheims Nummer drei an diesem Tag einen fulminanten Angriff ein. Der Zähringer konnte selbst einen ganzen Turm nicht nehmen, weil sein König ansonsten matt geworden wäre. So rettete Kresovic beide Schwerfiguren und erlegte trotzdem den schwarzen König! Kuppenheim lag damit erstmals in Front. Kapitän Joachim Kick baute gegen Matthias Schaum den Vorsprung aus. Wieder einmal hatte Kick einen weißen Bauern auf der siebten Reihe. Diesmal reichte dieser zum Sieg. Hartmut Metz war für Roos ans Spitzenbrett gerückt und stand früh deutlich überlegen.
Christoph Schild verteidigte sich einfallsreich und erhielt dank weißer Ungenauigkeiten mehrfach Chancen, fast am Ausgleich zu schnuppern. Letztlich wickelte der Kuppenheimer in ein deutlich angenehmeres Dame-Läufer-Endspiel ab, in dem Schild prompt patzte. Das Damen-Endspiel mit zwei Mehrbauern transformierte Metz unter doppeltem Opfer in ein gewonnenes Bauern-Endspiel. Topscorer Günther Tammert zog in kritischer Stellung einmal mehr den Kopf aus der Schlinge und schlug Christoph Berberich noch. Mit 7,5:1,5 Punkten sammelte Kuppenheims Nummer vier so viele Zähler wie kein anderer Verbandsliga-Akteur! Das ist umso beachtlicher, weil Tammert achtmal mit Schwarz antreten musste. Mit einer Performance von 2318 steigerte der „Hexer von Balg“ seine DWZ dennoch um 46 auf 2163!


Zuständig für die “Spezialeffekte”: Velimir Kresovic

Im Bereich seiner Zahl spielte Roos, der auf 3,5/7 (2210) kam. Metz verzeichnete die beste Kuppenheimer Performance (2354) und legte mit seinen 5,5/9 um 16 DWZ auf jetzt wieder 2300 zu. Schuh hatte auch fast immer Schwarz, weshalb seine acht Remis in acht Partien an Brett zwei und drei in Ordnung gehen. Kresovic (4/7) lag im Rahmen seiner Erwartung. Jochen Klumpp blieb als einziger Stammspieler unter 50 Prozent: Mit lediglich 4/9 spielte der Pokal-Spezialist eine schlechte Saison für seine Verhältnisse und büßte 21 DWZ auf 2082 ein. Markus Merklinger war am Saisonende etwas zu friedlich. Deshalb bescherten ihm die 5/9 auch nur einen einzigen DWZ Zugewinn auf 2017. Er ging aber auch dauernd als Nachziehender ans Brett. Kick hätte mit meist Weiß noch deutlich mehr als seine 5,5/8 einheimsen können. So blieb es beim DWZ-Zuwachs von 13 auf 2022.
Als Ersatzleute halfen Michael Lorenz (1,5/3), Patrick Karcher und Rolf Hoppenworth (je 0/1) aus.

    SK FR Zähringen 1887 (A) 1986     SGR Kuppenheim 2138 2 6 3.5
1 1 Schild,Christoph 2270   2 Metz,Hartmut 2284 0 1 0.48
2 2 Geuss,Paul 2227   3 Schuh,Hubert 2259 ½ ½ 0.45
3 4 Scherer,Helmut 2175   6 Kresovic,Velimir 2181 0 1 0.49
4 13 Berberich,Christoph 1970   7 Tammert,Günther 2117 0 1 0.30
5 24 Niewerth,Lucas 1931   8 Klumpp,Jochen 2103 0 1 0.27
6 31 Schaum,Maximilian 1848   10 Merklinger,Markus 2016 ½ ½ 0.28
7 34 Schaum,Matthias 1799   11 Kick,Joachim 2009 0 1 0.23
8 38 Péri,Jean-Christophe 1669         + 1.00