Von Joachim Kick
In der ersten Runde des badischen Mannschaftspokals hat sich die Rochade Kuppenheim schwerer getan als erwartet. Die Mannschaft von Zell am Harmersbach spielt in der Bereichsliga Süd – oder wie Gästespieler Kurt Jäger vor Beginn des Kampfes feststellte: „Ihr seid ja in die Oberliga Baden-Württemberg aufgestiegen. Ihr spielt ja 4 Klassen höher!“
Marlon Meier schien den schnellsten Sieg einzufahren – doch er brauchte dann doch länger, machte aber so den Gesamterfolg der Rochade perfekt.
Ehmann muss lange manövrieren
Um es gleich vorwegzunehmen: Von einem Vier-Klassen-Unterschied war nichts sehen!
Zell wehrte sich nach Leibeskräften: Der Kampf dauert so mehr als fünf Stunden, bis der 4:0-Endstand geschafft war. Zuerst gewann Thilo Ehmann an vorderster Front gegen Kurt Jäger. Zu Beginn spulten beide Spieler die bekannte Theorie im Londoner System herunter. Erst im Endspiel konnte sich Ehmann die bessere Struktur sichern und nach langem Manövrieren die Führung für Kuppenheim sichern.
Kick drückt d5 durch und steht ausgezeichnet
Diese baute Joachim Kick am anderen Schwarz-Brett, an Position vier, aus. In einer Englischen Eröffnung stellte Weiß seine Bauern nach e4 und c4 und schwächte sein Feld d4. Nachdem Schwarz den Vorstoß d5 trotzdem hinbekam, war der schwarze Vorteil klar. Am Ende überschritt Michael Vollmer in Verluststellung im 31. Zug die Zeit. Zuvor hatte er jedoch einige Möglichkeiten ausgelassen, die Stellung zu verkomplizieren.
Gegner von Meier stellt Bauer auf f7 ein
Marlon Meier sicherte den Sieg von Kuppenheim und erhöhte auf 3:0. Schwarz stellte in dieser Partie in der Eröffnung den Bauern auf f7 ein. Die Fans waren sich sicher, dass diese Partie zuerst für Kuppenheim gewonnen wird. Doch Thomas Gißler hielt die Stellung mit hartnäckiger Verteidigung lange zusammen. Erst in Zeitnot konnte sich Meier den Sieg sichern.
Roos profitiert von Zeitüberschreitung des Zeller Toptalents
Jean-Luc Roos hatte an Brett zwei die schwerste Aufgabe. Das Zeller Talent Ho In Lee spielte sehr stark und verteidigte im Katalanisch seine Stellung sehr gut. Der Kuppenheimer IM hatte zwar etwas mehr Raum und die aktiveren Figuren. Die Entscheidung fiel dennoch erst in der zweiten Zeitnotphase. Lee spielte ab dem 50. Zug nur noch mit dem 30-Sekunden Bonus. Die Stellung war materiell ausgeglichen, jedoch hatte Weiß die agileren Figuren im Endspiel. So überschritt Lee nach dem 60. Zug die Zeit, als er etwas zu sehr mit der Ausführung seines Zuges zögerte. Die anschließende Analyse ergab eine vollkommen ausgeglichene Stellung mit einer Engine-Bewertung von 0,00. Doch praktisch konnte nur Weiß Probleme stellen. Deshalb war das Weiterspielen von Roos vollkommen berechtigt.
Am Ende stand dadurch ein 4:0 auf dem Papier. Zell hatte sich indes nach Leibeskräften mit großer Moral gewehrt verdiente sich den Respekt der vier Klassen höher spielenden Kuppenheimer.
| Brett | SG Kuppenheim 1 | SC SW Zell 1 | Brettpunkte | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
Ehmann, Thilo |
Jäger, Kurt |
1934 | 1:0 | |
| 2 |
Roos, Jean-Luc |
Lee, Ho In |
1834 | 1:0 | |
| 3 |
Meier, Marlon |
Gißler, Thomas |
1770 | 1:0 | |
| 4 |
Kick, Joachim |
Vollmer, Michael |
1593 | 1:0 | |
| Gesamtergebnis | 4,0:0,0 | ||||

