Ehmann im Einzel und Rochade im Team verpassen Medaillen

Die badischen Blitzmeisterschaften, die der SK Ettlingen wieder ausgezeichnet ausrichtete, standen für die Rochade Kuppenheim 2026 unter keinem guten Stern. Die Ergebnisse fielen eher enttäuschend aus. In der Vorrunde des Einzelturniers konnte Thilo Ehmann noch zufrieden sein. Der nach Blitz-Elo mit 2446 deutlich an Position eins gesetzte Kuppenheimer lag mit 10,5/13 nur einen halben Zähler hinter seinem Dauerrivalen Veaceslav Cofmann. Das A-Finale begann für Ehmann gleich ungünstig. Der deutsche Pokalsieger verlor zum Auftakt gegen den rund 370 Elo schlechter notierten Jonathan Rügert. In Runde fünf musste der Kuppenheimer nach drei Siegen in Folge seine Titelambitionen endgültig begraben: Der spätere Sieger Volodymyr Vyval (Ettlingen) schlug ihn. Das letzte Fünkchen Hoffnung auf den ersten badischen Blitz-Titel zerstörte hernach Xiang-Tobias Peng (Untergrombach), der ihm die dritte Null verpasste. Auch wenn Ehmann danach nur noch ein Remis abgab, reichten die 7,5/11 nur zu Rang vier. Vyval (8,5) siegte vor Cofmann. Der Zähringer Großmeister-Sohn Simon Max Skembris hatte zu allem Überfluss einen halben Buchholz mehr als Ehmann. Er verlor dadurch 16 Blitz-Elo-Punkte.

Thilo Ehmann (links) trifft auf das Zähringer Blitz-Ass Helmut Scherer. Dahinter spielen Jörg Weidemann, Marlon Meier und Velimir Kresovic für Kuppenheim.

Rochade startet nur zu dritt mit einer Auftakt-Niederlage

Noch schlimmer sollte es am Tag danach im Mannschafts-Blitz kommen. Das Turnier begann schon fatal: Marlon Meier und Velimir Kresovic waren zur Halle gefahren, in der im Vorjahr das Blitzturnier stattfand … So musste das mit fünf Mann aufgestellte Kuppenheim gegen Ladenburg mit einem 0:1 starten, weil am vierten Brett der Punkt kampflos gegen Roman Dabrowski (1748 Elo) wegging. Mit einem Sieg dort wäre statt einer 1,5:2,5-Schlappe ein Sieg in der Tabelle gestanden. Ehmann kam gegen Vadim Chernov nicht über ein Remis hinaus, Jörg Weidemann verlor, nur Hartmut Metz punktete. Die Malaise setzte sich nahtlos fort: Später verlor Kresovic eine Blitzpartie, weil ihn sein Bruder aus dem Ausland auf dem Handy anrief …

Velimir Kresovic (von links) und Marlon Meier vertreten die Rochade bei der badischen Blitz-Meisterschaft an den hinteren Brettern. Jörg Weidemann und Thilo Ehmann übernehmen Brett zwei und eins.

Kuppenheim nur gegen die beiden Spitzenteams stark

Der Vorjahresfünfte belegte letztlich nur Rang sieben mit 32:16 Punkten. Zwar trotzte die Rochade dem Sieger Eppingen (42:6) ein 2:2 ab und schlug gar Vizemeister Karlsruher SF (40:8), doch gegen die Mannschaften dahinter ließ Kuppenheim zu viele Federn. Ehmann, der 2025 noch ungeschlagen durchs Feld pflügte und nur sieben Remis in 28 Partien abgab, war für seine Verhältnisse von der Rolle. Der sonst so herausragende Kuppenheimer Vorkämpfer musste sich diesmal mit 13,5 Punkten aus 22 Partien bescheiden. Das kostete ihn weitere 44 Blitz-Elo.

Weidemann trumpft an Brett zwei auf

Eine starke Leistung zeigte Jörg Weidemann als drittbester Spieler am zweiten Brett. Bei seinem Blitzdebüt für die Schachgemeinschaft holte der einstige Boris-Spasski-Bezwinger 17/23 und gewann so 43 Blitz-Elo hinzu. An den beiden letzten Brettern wechselten sich Metz, Meier und Kresovic ab. Metz agierte auch gut und gewann mit 12:5 Zählern 32 Elo hinzu. Die 11/18 von Kresovic sehen zwar respektabel aus – kosteten ihn jedoch 52 Blitz-Elo.

Meier rettet das Elo-Plus des gesamten Teams

Seine normale Leistung konnte dafür Meier aufs Brett bringen. 8,5/12 bescherten ihm einen Zuwachs von 31 Blitz-Elo. Somit blieb das gesamte Team, zusammengerechnet, mit neun Elo im Plus – aber zufrieden war das Quintett doch nicht ganz. Zumindest Rang fünf hätte wieder drin sein sollen. Immerhin hat es trotzdem Spaß gemacht und bescherte einige unterhaltsame Partien.