Unnötige Niederlage in Runde vier kostet Titelchancen

Der Kuppenheimer Jörg Weidemann hat bei der badischen Meisterschaft in Freiburg Platz acht belegt. Das Turnier, das der SK Freiburg-Zähringen ausrichtete, gewann Nicolas Paltrinieri. Der Topfavorit vom SC Brombach kassierte zwar zwei Niederlagen in den Schlussrunden. Da der Italiener mit einer Elo von 2406 die ersten fünf Partien gewonnen hatte, wies er die beste Buchholzwertung knapp vor Robin Stürmer (Merzhausen) und Lukas Pfatteicher (Karlsruher SF) auf. Der Ettlinger Max Arnold und der Pforzheimer Stefan Bücker kamen ebenfalls auf 5/7. Auf Rang sechs folgen Außenseiter Martin Werner (Bruchsal), Maximilian Ruff (Karlsruher SF) und Weidemann mit durchweg 4,5 Punkten.

Jörg Weidemann verpasst gegen Robin Stürmer, der danach badischer Vizemeister wurde, ein besseres Abschneiden.

Damit spielte der Rochade-Crack innerhalb seiner Elo-Erwartung (2209) und veränderte seine Elo-Zahl nicht. Ganz zufrieden kann Weidemann mit seinem Abschneiden nicht sein – mit einem Punkt mehr hätte er nach dem Titel gegriffen. Der war durchaus möglich, doch einen Mehrbauern in Runde vier gegen den späteren Vizemeister Stürmer ließ der Kuppenheimer FM ungenutzt und verlor gar noch. „Nach der Eröffnung hatte ich einen Bauern mehr, der bei korrekter Fortsetzung hätte reichen sollen. Aber ich habe mehrere gute Züge von ihm gar nicht in Betracht gezogen, so dass ich letztlich verdient verloren habe“, konstatierte Weidemann. Auch in der fünften Runde zog er gegen Arnold den Kürzeren. Mit zwei leichten Siegen schloss der Kuppenheimer die badische Meisterschaft versöhnlich ab – auch wenn mehr möglich gewesen wäre …

Seine sieben Partien lässt Weidemann kurz Revue passieren:

  1. „Runde mit Weiß gegen Niels Gade (Untergrombach) einen Jugendspieler. Das Materialverhältnis war unklar Weiß hatte Dame und Springer gegen Turm, Läufer und Springer. Ich musste den Springer opfern bekam dafür aber zwei verbundene Freibauern. Er hat das dann sehr kreativ verteidigt und ich hätte objektiv mit Remis zufrieden sein sollen. Ich habe dann im Gewinnsinne weitergespielt, was aber auch ins Auge hätte gehen können.
  2. Runde mit Schwarz gegen Max Scherer. Der Dreisamtäler stand die ganze Zeit besser, bis ein Remis auf dem Brett war, das Max unbedingt gewinnen wollte, bis er es zum Verlust verdorben hatte.
  3. Runde mit Weiß gegen Maximilian Ruff: Die Partie habe ich gut gespielt, aber nicht die richtige Gewinnfortsetzung gefunden. So wurde es nach 5 Stunden remis.
  4. Runde mit Schwarz gegen Robin Stürmer: Nach der Eröffnung hatte ich einen Bauern mehr, der bei korrekter Fortsetzung hätte reichen sollen. Aber ich habe mehrere gute Züge von ihm gar nicht in Betracht gezogen, so dass ich letztlich verdient verloren habe.
  5. Runde mit Weiß gegen Max Arnold: In der Eröffnung einmal früh statt h4 nur h3 gespielt und danach stand ich schon schlechter und habe verdient verloren.
  6. und 7. Runde habe ich gegen die Nachwuchsspieler Paul Berg (Ettenheim) und Leandro Haas (Freiburg-Zähringen) ohne Probleme gewonnen.“

Der Endstand und alle Ergebnisse finden sich bei Chess-Results:
https://s3.chess-results.com/tnr1473520.aspx?lan=0&art=1&SNode=S0

Die Partien der ersten Runde sind bei LiChess nachzuspielen unter:
https://lichess.org/broadcast/baden-championship-2026-bembfem-bem/round-1/Z2iP4aUZ

Dort können auch alle weiteren Runden gefunden werden,