Erstmals kein 4:4

Von Reinald Kloska
In der Saison 2021/22 spielten wir noch in der Bereichsliga, konnten also nicht auf den Landesligisten Lahr treffen. 2022/23 war es umgekehrt, wir waren in die Landesliga aufgestiegen, Lahr hingegen in die Bereichsliga abgestiegen. Da dies aber nur ein kurzfristiger Ausflug der Lahrer war, kam es in der Saison 2023/24 am 24. September 2024 zum ersten Match zwischen Kuppenheim 2 und Lahr 1. Die Begegnung in Kuppenheim endete 4:4, was wir auch den Lahrern zu verdanken hatten, denn sie traten nur zu siebt an und gaben uns somit einen kampflosen Gewinn am achten Brett. Am 8. Dezember 2024 endete unser Spiel in Lahr ebenfalls 4:4, das aber nach dramatischem Verlauf. Lahr lag bereits mit 4:2 in Führung, doch uns gelang in den beiden letzten Partien noch der Ausgleich. Ähnlich aber trotzdem ganz anders war es am 9. November 2025 in Kuppenheim. Wieder dramatisch, wir lagen 4:2 vorne, diesmal gelang aber den Lahrern der Ausgleich zum 4:4.

Wer schreibt, der bleibt: Weil er seine Partie gewann, „musste“ Reinald Kloska den Spielbericht schreiben.

Drei Spiele gegen Lahr, dreimal 4:4 und jedes Mal wurde das Ergebnis irgendwie anders erzielt. Aber es war immer sehr spannend! Und am vergangenen Sonntag, 18. Oktober, trafen wir uns zur vierten Begegnung in Lahr und wieder wurde es sehr spannend aber erstmals kein 4:4. Unser Kapitän, Alexander Hatz, weilte in seinem wohlverdienten Urlaub und in der Woche vor dem Spiel mussten wir noch zwei weitere Absagen verdauen, so dass Tonio Reuter und Rouven Wieser kurzfristig ins Team berufen wurden.

Recht früh deutete sich an, dass Ralf Gantner irgendwo einen Fehler begangen hatte, denn nachdem er in der Eröffnung bereits einen Bauern gewonnen hatte und gut stand, sah es ein paar Züge später schon nicht mehr so toll aus. Ein schlechter Zug hatte gereicht, um die vorteilhafte Stellung in nicht mehr haltbare Partie zu verwandeln, Lahr führte 1:0. Man muss Ralfs jungen Gegner, Mias Timothy Rumberger, Respekt zollen, denn er hatte Ralf nach dessen Fehlzug prima zusammen geschoben. Sehr bald konnte aber Axel Aschenberg den Ausgleich durch seinen Sieg gegen Klaus Schuler besorgen. Für mich als außenstehender Beobachter war nicht ganz klar, was ich von Axels Stellung und Spielweise halten sollte, aber wie mir Axel nach der Partie bestätigte, war ihm das alles soweit bekannt und es war ein Stellungstyp, der ihm liegt. Die Entscheidung fiel durch einen Doppelangriff auf zwei Figuren, so dass eine davon verloren ging, was Klaus Schuler zur Aufgabe bewegte.

Es folgten zwei Remisen durch Antonio Reuter und Markus Ehrlacher. Antonio spielte das Morra Gambit, eine sehr scharfe Variante in der Sizilianischen Verteidigung, in der der Weiße sehr früh einen Bauern opfert und hofft, dafür Entwicklungsvorsprung und das bessere Spiel zu erhalten. Aber irgendwie wurde es dann doch ein Remis. Auch irgendwie erzielte Markus das Unentschieden gegen seinen deutlich besser bewerteten Gegenüber Berthold Kopp.

Für unsere Führung zum 3:2 durfte ich sorgen. Nach der Eröffnung sah es eher nach einem schnellen Sieg für den Lahrer Achim Sexauer aus, denn er griff vehement am Damenflügel an und die Stellung meiner beiden Türme auf a8 und b8 sah nicht wirklich schön aus. Nachdem er aber seine Entwicklung am Königsflügel vernachlässigte und in Zeitnot nicht die besten Züge fand, konnte ich meine Türme wieder ins Spiel bringen und letztendlich am Königsflügel einen Freibauern schaffen, den Weiß nicht mehr aufhalten konnte.

Leider mussten wir kurz darauf wieder den Ausgleich zum 3:3 hinnehmen, denn Markus Merklinger verlor seine Partie gegen Dr. Alexander Wilting. Überraschend kam danach die Meldung, dass Rouven Wieser gegen Elshodbek Azamjonov gewonnen hat. In einer sehr unübersichtlichen Stellung überschritt der junge Lahrer Spieler seine Bedenkzeit, wir hatten somit vier Punkte und konnten nicht mehr verlieren. Als letzte Partie lief das Spiel zwischen Joachim Kick und Bernd Schmider. Gegen 15 Uhr schrieb Markus Ehrlacher in die Kuppenheimer WhatsApp-Gruppe, dass Joachim ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern auf dem Brett hätte und somit mit einem Gesamtergebnis von 4,5:3,5 oder 5:3 zu unseren Gunsten zu rechnen sei. Nun, die Partie endete Remis und somit gewannen wir knapp mit 4,5:3,5.

Brett SK Lahr 1 SG Kuppenheim 2 Brettpunkte
1
Schmider, Bernd
2176
Kick, Joachim
2069 ½:½
2
Dr. Wilting, Alexander
2009
Merklinger, Markus
2009 1:0
3
Schuler, Klaus
2038
Aschenberg, Axel
2053 0:1
4
Sexauer, Achim
1950
Kloska, Reinald
1961 0:1
5
Kopp, Berthold
2046
Ehrlacher, Markus
1944 ½:½
6
Rumberger, Mias Timothy
1771
Gantner, Ralf
1891 1:0
7
Dittus, Jochen
1861
Reuter, Tonio
1828 ½:½
8
Azamjonov, Elshodbek
1577
Wieser, Rouven
1796 0:1
  Gesamtergebnis   3,5:4,5