Entscheidung fiel erst nach 5 Stunden mit dem letzten Zug

Von Sascha Schmidt
Nach fast fünf Stunden Spielzeit stand der Sieger dieses packenden Mannschaftskampfs fest: Erneut musste sich der dritte Rochade-Achter knapp geschlagen geben und unterlag mit 3,5:4,5. Damit verpasste das Team nur ganz knapp den Sprung an die Spitze der Tabelle der mittelbadischen Bezirksklasse. Mit 4:4 Punkten liegt Kuppenheim nun auf Rang drei. Es führt das Rössl Muggensturm vor Ötigheim II, die beide jeweils 6:2 Zähler aufweisen.

Gerhard Gorges überrollt mit einem fulminanten Angriff den Ötigheimer Karl Dittmar.

Webmaster Gorges bringt die Rochade in Front

Dabei ging es für die Knöpflestädter gut los. An Brett 8 trumpfe der bisher ungeschlagene Gerhard Gorges auf. Ein schwungvoller Angriff am Königsflügel bescherte dem Rochade-Webmaster nach nur 18 Zügen mit Weiß einen frühen Feierabend. Vorausgegangen war ein Bauerngewinn in der Eröffnung, der die schwarze Stellung bereits schwächte und im weiteren Verlauf die verdoppelten Türme in der h-Linie in Verbindung mit Dame-Läufer-Batterie ihre Macht demonstrierten, woraufhin Karl Dittmar die Segel strich. Mannschaftskapitän Schmidt konnte in der Eröffnung mit dem weißen Steinen wenig herausholen und tauschte mit Joachim Stoll im Mittelspiel recht früh einige Leichtfiguren ab. In einem völlig ausgeglichenen Spiel gaben sich beide friedlich die Hand zur Punkteteilung.

Louis Wunsch sorgt mit feinem Spiel für den zwischenzeitlichen Kuppenheimer Ausgleich.

Für Jürgen Biskup gab es an diesem Abend gegen seinen ehemaligen Vereinskollegen Wolfgang Kaupp leider nichts zu erben. In einer Stellung, die nach Remis aussah, übersah er einen starken positionellen Springerzug von Weiß, den er hätte verhindern können, und geriet zunehmend unter Druck, sodass Biskup alsbald in aussichtsloser Lage aufgeben musste. Auch Waldemar Schlangen kam an Brett 4 gegen Tobias Bablich unter die Räder.

Ungewohnterweise unterlief Schlangen bereits in der Eröffnung ein Fehler und ermöglichte seinem Kontrahenten damit, die Initiative im Spiel zu übernehmen. Nach einem unnötigen Figurenverlust musste Schlangen die Waffen strecken.

Aufholjagd zum 3:3 nach Rückstand

Für den „Anschlusstreffer“ sorgte Louis Wunsch an Brett 2. Aus der Eröffnung heraus kam der Kuppenheimer Landesligaspieler angenehm aus der Stellung, die zunächst recht ausgeglichen war. Er versuchte gezielt, aktiv im Zentrum Raum zu gewinnen, was ihm einen Bauernvorteil einbrachte. Kurz darauf übersah sein Gegner, Paul Lackner ein kleines taktisches Manöver, worauf Wunsch die Qualität gewann und auf Sieg stand. Sein Opponent gratulierte kurz darauf zum Sieg und gab auf. Am Spitzenbrett gab es dagegen keinen Sieger. Entgegen der Erwartung landete Landesligacrack Ralf Gantner im Spiel gegen Sven Kaupp in einem Damenbauernspiel Zwar fügte er Kaupp zwei Doppelbauern zu, verpasste es jedoch, eigene Durchbruchsmöglichkeiten zu schaffen. Dadurch entstand eine blockierte Stellung, in der es keinerlei Optionen gab, in ausgeglichener Position zwingende Aktivität zu erzeugen. Nach 23 Zügen einigten sich beide Kontrahenten daher auf ein Remis.
Beim Spielstand von 3:3 kam es auf die restlichen zwei Partien an. Der bisher ungeschlagene Tonio Reuter gewann nach einer soliden Eröffnung einen Bauern und konnte seinem Randbauern den Weg freimachen. Der Bauerngewinn erlaubte jedoch seinem Gegner, Stefan Vogt, starken Druck mit den Schwerfiguren auf den Königs auszuüben. Nach zäher Verteidigung und dem Tausch der Schwerfiguren konnte Reuter zwar den Mehrbauer bis ins Endspiel verteidigen, doch der Vorteil reichte am Ende nur zu einem Remis.

Spannend bis zum Schluss

Alle Blicke richteten sich auf das Duell an Brett 3 zwischen Max Beckert und Simon Schlotter. Nach zähem Ringen hatte Beckert nach fünf Stunden im Damenendspiel einen Bauer weniger und kämpfte tapfer um Ausgleich, nach dem sein Gegner eine Remisofferte abgelehnt hatte. Der Versuch mit einem Dauerschach einen halben Punkt zu retten, ging nicht auf, da Simon Schlotter den König in Sicherheit brachte und seinen Freibauern aktivieren konnte. Der Sieg ging so im letzten Moment an die Mannen aus Ötigheim.

Ende Januar gastiert die dritte Garnitur bei Vimbuch II und kann durch einen Sieg über den bisher punktlosen Tabellenvorletzten den Anschluss an die Tabellenspitze wahren.