Von Ralf Gantner
Im Spiel unter langjährigen Freunden und Kontrahenten gab es unterschiedliche Zielsetzungen in der fünften Runde der Landesliga. Hörden wollte seine Tabellenführung verteidigen, die Zweite der Rochade Kuppenheim die noch fehlende Punkte im Abstiegskampf sammeln. Kapitän Alexander Hatz musste gegen den einstigen langjährigen Mannschaftskameraden Jürgen Gersinska ran. Nach wenigen Zügen wurde unspektakulär die Friedenspfeife geraucht. Nachfolgend einigte sich Jochen Klumpp an Brett1 gegen Routinier Jörg Eiler nach 13 Zügen in ausgeglichener Stellung auf ein Remis.Im Spiel von Markus Merklinger gegen Gerd Merkel wurde nach drei Jahrzehnten ein Eröffnungsduell wiederholt, das Jacob Aagaard in seinem Werk „Easy guide to the Panov-Botwiinik attack“ würdigte. Ehemals gewann Merklinger diese Partie, wobei der Autor dies nicht seiner Eröffnungsbehandlung zuschrieb. Die aktuelle Partie wurde von beiden Seiten theoriesicher behandelt und nach dem Abtausch vieler Figuren Remis vereinbart. Die Hoffnung beider Spieler ist nun, dass noch in drei Jahrzehnten eine Fortsetzung der Theoriebildung folgen wird …
Ralf Gantner spielt gegen Norbert Frühe eine starke Partie, die er zur Führung für die Rochade Kuppenheim nutzt.
Ralf Gantner bringt Rochade mit starker Leistung in Front
Unserem „Oldie“ Reinald Kloska gelang es mit Schwarz gegen Jörg Eisele, dessen Bemühungen um Aktivität zu verhindern, so dass er sein Remisangebot im 20. Zug annahm. In einer positionell angelegten Partie gegen den stets aggressiv aufgelegten Norbert Frühe, versuchte der Hördener, einen Angriff heraufzubeschören. Mit geduldigem Spiel manövrierte Ralf Gantner seine Figuren, um das zu verhindern. So hatte Frühe Mühe den Angriff aufrechtzuerhalten und gruppierte um. Nach einem unachtsamen Zug hebelte ein Bauernvorstoß am Damenfügel die Stellung Frühes aus. Den Verzweiflungsangriff konnte der Kuppenheimer letztlich sicher abwehren und seinen Materialvorteil verwerten.
Patrick Gottwald startet einen fulminanten Angriff – allerdings versäumt es der junge Kuppenheimer, sein lange Zeit überzeugendes Spiel zu krönen.
Louis Wunsch lässt Chancen aus
Louis Wunsch kam mit angenehmer Stellung mit den schwarzen Steinen aus der Eröffnung gegen den alten Recken Michael Zunker. Die gesamte Partie war von beiden Seiten gut gespielt. Im Mittelspiel hätte Wunsch einen schönen, vielleicht entscheidenden Vorteil erzielen können. Einmal hatte er im Mittelspiel ein taktisches Opfer seines Springers mit folgendem Rückgewinn mittels Bauerngabel übersehen. Im Endspiel beider Seiten mit zwei Türmen, Springer und je sechs Bauern wäre die frühere Positionierung seines Turm auf der zweiten Reihe von Vorteil gewesen. So hätte Wunsch eine Druckstellung aufbauen können. Mangels schlecht eingeteilter Zeit übersah er diese Fortsetzung, weshalb ein ausgeglichenes Endspiel aufs Brett kam, das friedlich endete.
Patrick Gottwald verpasst K.o.-Schlag
Patrick Gottwald kam in seinem Debüt der Saison in der Partie gegen Goce Gjorseski mit Weiß sehr gut aus der Eröffnung heraus. Lange Zeit lähmte er das Spiel des Gegners. Danach startete er einen Angriff auf die offene schwarze Königstellung. Die Partie schien eigentlich gewonnen, doch die finale Gewinnidee fand er mit wenig Bedenkzeit auf der Uhr leider nicht, weshalb der Tausch der beiden Türme in ein ausgeglichenes Damenendspiel führte. Da ein Remis einen Mannschaftspunkt sicherte und das Risiko zum Weiterspielen zu hoch schien, einigten sich beide nach zähem Kampf auf ein Unentschieden.
Leo Katz sorgt für Hördener Ausgleich
In einer scharfen Eröffnungsvariante, die Michael Lorenz schon einmal auf dem Brett hatte, kam er, im Gegensatz zur einst fürchterlichen Niederlage, diesmal gut aus der Eröffnung. Nach einem interessanten Qualitätsopfer seines Kontrahenten Leo Katz war die Partie lange ausgeglichen und ging in ein Endspiel mit leichtem Vorteil für Schwarz über. Das enstehende Endspiel mit zwei Springern gegen Turm und Bauer (sowie je einem Läufer) hätte Remis enden können – doch Lorenz agierte zu aktiv. In beiderseitiger Zeitnot streute Lorenz einige schwächere Züge ein, die zur Niederlage führten. Er opferte auf der a-Linie einen Bauern, um die b-Linie zu öffnen. Doch danach wurde dem Kuppenheimer der a-Bauer rasch zum Verhängnis.
Das 4:4 bedeutete eine letzlich unglückliche Punkteteilung, da Wunsch und insbesondere Gottwald Gewinnmöglichkeiten verpassten. So rettete Hörden einen schmeichelhaften Punkt.
| Brett | SG Kuppenheim 2 | SF Hörden 1 | Brettpunkte | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
Klumpp, Jochen |
2017 |
Eiler, Jörg |
2066 | ½:½ |
| 2 |
Merklinger, Markus |
1984 |
Merkel, Gerd |
2006 | ½:½ |
| 3 |
Hatz, Alexander |
1911 |
Gersinska, Jürgen |
2023 | ½:½ |
| 4 |
Lorenz, Michael |
1853 |
Katz, Leo |
2013 | 0:1 |
| 5 |
Kloska, Reinald |
1874 |
Eisele, Jörg |
1970 | ½:½ |
| 6 |
Gantner, Ralf |
1731 |
Frühe, Norbert |
1899 | 1:0 |
| 7 |
Wunsch, Louis |
1822 |
Zunker, Michael |
1809 | ½:½ |
| 8 |
Gottwald, Patrick |
1738 |
Gjorseski, Goce |
1763 | ½:½ |
| Gesamtergebnis | 4,0:4,0 | ||||

