Michael Lorenz sichert bei sieben Unentschieden knappen Sieg gegen Ebringen

Von Michael Lorenz
Für manch einen überraschend, geriet die Reserve der Rochade Kuppenheim am letzten Spieltag der Landesliga Süd. – verursacht durch einige ausgelassene Chancen in den vorangegangenen Mannschaftskämpfen – doch noch in den Abstiegsstrudel. So sah man sich in der neunten Runde mit gewisser Nervosität einer Mannschaft gegenüber, die nominell an allen Brettern teils deutlich überlegen war. Dennoch musste gegen Ebringen mindestens ein Mannschaftspunkt her, um nicht vom Ausgang des Duells zwischen Bühlertal und Brombach II abhängig zu sein. Letztlich trennten sich die beiden 4:4, so dass die Rochade II auch bei einer Niederlage dank der Brettpunkte nicht abgestiegen wäre. In der sehr ausgeglichenen Landesliga erwischte es so Brombach II mit 7:11 Punkten und Vimbuch (4:14)

Spieler des Tages: Michael Lorenz sorgt für die einzige Gewinnpartie gegen Ebringen.

Vier schnelle Remis an den vorderen Brettern

Die Begegnung begann mit vier schnellen Punkteteilungen an den Brettern eins, zwei, vier und fünf. Markus Merklinger, Alexander Hatz, Reinald Kloska und Markus Erlacher trennten sich von ihren Kontrahenten in ausgeglichenen, wenn auch nicht ausgekämpften Stellungen friedlich. An Brett drei begann sich Michael Lorenz aus der Defensive herauszuarbeiten. Ralf Gantner hatte an Brett sechs die Kontrolle gegen den stets gefährlichen Holger Kaspereit und lavierte mit ruhigen Zügen und sogar mit gutem Zeitmanagement, was bis dato selten vorkam. Er entwickelt sich immer mehr zu einem ausdauernden Kämpfer, selbst in ruhigen Positionen.

Wunsch muss einmal mehr außerordentliche Verteidigungsqualitäten zeigen

Louis Wunsch geriet an Brett sieben schnell unter Druck und musste einmal mehr seine (für sein junges Alter außerordentlichen) Verteidigerqualitäten unter Beweis stellen. An Brett acht spielte Patrick Gottwald mit heterogenen Rochaden gegen ein Scheveninger System. Zunächst blieb unklar, wer die Oberhand behalten würde.

Ralf Gantner beweist Kämpferqualitäten, verpasst aber den Sieg gegen Holger Kaspereit.

Lorenz opfert Bauer für freie Sicht seiner Läufer

Lorenz gab jetzt einen Zentrumsbauern, um seinen Läufern auf b8 und c8 freie Sicht auf den gegnerischen Königsflügel zu geben. Wie sich später herausstellte, sollte das das entscheidende Manöver an diesem Spieltag sein. Durch eine mehrzügige Taktik leierte derweil Gantner seinem Gegenüber einen Bauern aus der Stellung und wickelte in ein sehr aussichtsreiches Springerendspiel ab. Keinen Pfifferling gaben die Mannschaftskameraden mehr für Wunsch, der sich auf engem Raum einem gedeckten Freibauer gegenübersah. Bei Gottwald war inzwischen klar, dass sein Königsangriff nicht durchdringen würde, es war nur die Frage offen, ob der seines Gegners erfolgreicher war.

Mattjagd von Lorenz und wundersame Rettung bei Wunsch

Inzwischen war Lorenz in die gegnerische Königsstellung eingedrungen, hatte den Monarchen Richtung Mitte getrieben, wo sich taktische Chancen ergaben, ihn zu erlegen. Das 3:2 war perfekt! An Brett sieben gelang Wunsch die wundersame Rettung durch eine kleine Unachtsamkeit des Gästespielers Christian Davis. Einmal mehr eine respektable Verteidigungsleistung des Youngsters, allerdings sollte er sein Eröffnungsrepertoire verbessern, um auch selbst in den Angriffsmodus schalten zu können. Angesichts seines Könnens würde ihm das sicher einige Siege bescheren. Auch Gottwald hatte alles überstanden, selbst die Ebringer Mannschaftskameraden fanden keinen Gewinnweg für ihr achtes Brett, Harald Obloh, mehr. Es stand somit 4:3 und damit war klar, die Zweite hatte den Klassenerhalt geschafft!

Louis Wunsch zieht einmal mehr in schwieriger Stellung den Kopf aus der Schlinge.

Kämpfer Gantner versäumt eigene Belohnung

Nur schade, dass sich Gantner nicht für seine gute Leistung belohnte. Sein Springerendspiel war zwischenzeitlich gewonnen, am Ende aber versandete es dann doch ins Remis. So blieb es bei dem einen Sieg von Lorenz und sieben Remisen, so kann man einen Mannschaftskampf auch gewinnen. Unterm Strich war Kuppenheim II in dieser Saison dann einfach doch zu spielstark, um einen Abstieg in die Bereichsliga verdient zu haben. In der Schlusstabelle belegt das Oktett um Kapitän Hatz den fünften Platz mit 8:10 Zählern und weist so einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegsränge auf. Ebringen (7:11) rettete sich dank der besseren Brettpunkte vor Brombach II.

Hörden fehlt ein halber Brettpunkt zur Meisterschaft

An der Spitze gab es einen noch engeren Kampf als am Tabellenende! Der andere große Murgtal-Traditonsverein, die Schachfreunde Hörden, hatte enormes Pech! Ihm fehlte ein halber Brettpunkt zum Aufstieg! Oberkirch, Hörden und Appenweier schlossen die Runde mit 13:5 Punkten ab. Oberkirch und Hörden holten 42,5:29,5 Brettpunkte. Appenweier wies nur einen halben Brettpunkt weniger auf! Hörden landete wohl wegen des direkten Duells, das mit 2,5:5,5 verloren ging auf Platz zwei. Vereinsboss Norbert Frühe hatte dabei die Meisterschaft auf der Pfanne – doch überschritt er in Gewinnstellung die Zeit. „Das ist mir noch nie passiert!“, beklagte Frühe sein Schicksal. Doppeltes Pech somit für Hörden.

Brett SG Kuppenheim 2 SK Ebringen 1

Brettpunkte

1 Merklinger, Markus 1984 Raum, Sebastian 2171

½:½

2 Hatz, Alexander 1911 Schneider, Michael 2043

½:½

3 Lorenz, Michael 1853 Grabe, Lutz 2028

1:0

4 Kloska, Reinald 1874 Tuchtfeld, Jürgen 1994

½:½

5 Ehrlacher, Markus 1812 Bösch, Udo 1990

½:½

6 Gantner, Ralf 1731 Kaspereit, Holger 1961

½:½

7 Wunsch, Louis 1822 Davis, Christian 1939

½:½

8 Gottwald, Patrick 1738 Dr. Obloh, Harald 1909

½:½

  Gesamtergebnis  

4,5:3,5