Von Sascha Schmidt
Stark ersatzgeschwächt musste der dritte Rochade-Achter eine knappe 3:5-Niederlage gegen stark aufgestellte „Muggenstürmer“ hinnehmen. So fehlten Kuppenheim aufgrund von privaten Terminen gleich fünf Stammspieler. Trotzdem konnten die Heimmannschaft lange auf Augenhöhe mit dem Spitzen-Team aus Muggensturm mithalten. Mit 9:9 Mannschaftspunkten und Platz vier din der Mittelbadischen Bezirksklasse schnitt die Dritte so gut wie seit Jahren nicht mehr ab. Die bessere Personaldecke der Rochade-Kuppenheim machte sich in dieser Saison bemerkbar. So musste Mannschaftskapitän Schmidt keine eigenen Spieler an die zweite Mannschaft abgeben: Im Gegenteil – mit Max Beckert, Ralf Gantner und Louis Wunsch, die den dritten Rochade-Achter unterstützten, gelangen der Mannschaft vier Siege und ein Unentschieden.
Jungtalent Moritz Neumann schlägt sich wacker bei seinem Debüt
An Brett acht feierte Moritz Neumann seinen Einstand in der Bezirksklasse und verdient für seinen Mut, dort gegen den erfahrenen Harald Hornung anzutreten, ein sehr großes Lob. Bis zum Endspiel hielt Moritz eine nahezu ausgeglichene Stellung, bevor er eine Leichtfigur einbüßte und sich letztlich knapp geschlagen geben musste. Die wertvolle Erfahrung, gegen einen stärkeren Gegner so lange mithalten zu können, wird Moritz sicherlich weiterbringen. Man merkt ihm an, dass ihm das königliche Spiel richtig viel Spaß macht.
Zwei Remis durch Mink und Kolb
Alfons Mink, der nach längerer Pause ans Schachbrett zurückkehrte, hat nichts verlernt und spielte mit den schwarzen Steinen gegen Werner Drexler auf Sieg. Im Bauernendspiel mündete jedoch das Match in ein Remis, womit beide gut leben konnten. Die Begegnung zwischen Fritz Kolb und Werner Schiebenes endet nach einem gleichwertigen Spiel ebenso mit einer Punkteteilung.
Günther Walz zwingt stärkeren Gegner zur Aufgabe
Zwischenzeitlich ging der Hausherr sogar in Führung. An Brett zwei bahnte sich eine kleine Überraschung an. Gegen den favorisierten Jeton Zymberi eröffnete Günther Walz mit einem Damengambit und verschaffte sich früh einen Entwicklungsvorsprung. Im weiteren Verlauf gelang es ihm, am Damenflügel zwei Bauern sowie die Qualität zu gewinnen. Die gegnerischen Angriffe auf der zweiten Reihe und die eigene schwache Grundreihe konnten mit den Türmen erfolgreich abgewehrt und die Stellung am Königsflügel gefestigt werden. Damit waren die beiden verbundenen Freibauern frei, was schließlich zum Gewinn führte. Mit 2/3 Punkte lief es für den Quereinsteiger, der spät in der Saison die Dritte verstärkte, optimal.
Gerhard Ketterer trumpft auf
Auch Gerhard Ketterer schlug an diesem Abend zu. Ketterer (1341) gewann seine Partie gegen den deutlich höher eingestuften Ulrich Lautenbach (1657) mit den schwarzen Steinen. Nach einer zunächst ausgeglichenen Eröffnung nutzte der Kuppenheimer die unkoordinierten Angriffsversuche seines Gegners im Mittelspiel konsequent aus. Mit einem taktischen Schlag im Zentrum gewann er entscheidend Material und verwertete den Vorteil anschließend sicher zum Sieg. Mit einer Ausbeute von 3,5/5 Punkte lief die Saison für Ketterer sehr gut.
Drei Niederlagen besiegeln das Schicksal an diesem Abend
Unglücklich verlor Ralf Ehret sein Match gegen Hannes Illy. Bei einem ungenauen Figurentausch im Mittelspiel verlor der Kuppenheimer Schatzmeister eine Leichtfigur, was ihn auf die Verliererstraße brachte.
Überraschend und unnötig gab Webmaster Gerhard Gorges seine Partie aus der Hand und musste seine erste Niederlage in dieser Saison quittieren. Nach riskanter Eröffnung konnte Gorges eine klare Gewinnstellung mit Mehrqualität und drei Mehrbauern erreichen, was die Analyse nach der Partie ergab. Durch eine unglückliche Zugfolge mit der Dame, die auf der Suche nach einem Grundreihenmatt fehlgeleitet wurde, rückte die gegnerischen „Kavallerie“ von Jörg Griese gefährlich nahe. Trotz Chancen auf ein Remis führte ein weiterer Fehler mit der Dame zum schnellen Zusammenbruch der Stellung, worauf der Webmaster die weiße Flagge hisste. Trotz der überflüssigen Niederlage lieferte Gorges mit 4,5 Punkten aus sechs Spielen eine starke Leistung in dieser Saison ab und war ein wichtiger Punktesammler für die Mannschaft.
Das letzte Duell an diesem Abend lief an Brett eins. Mannschaftskapitän Sascha Schmidt musste in ungewohnter Rolle am Spitzenbrett gegen den Angriffsspieler Fadil Gashi antreten. In der Caro-Kann-Verteidigung fühlte sich Schmidt recht wohl und stand solide. Nach einem ungenauen Figurentausch gewann Gashi die Qualität und geriet nach und nach in Vorteil. Er knetete den Kuppenheimer Kapitän noch lange, eher dieser im verlorenen Endspiel die Segel strich.
Positiver Ausblick
Der unerwartete vierte Tabellenplatz in der Mittelbadischen Bezirksklasse bestätigt die starke Leistung der Mannschaft und macht deutlich: Das Team hat bei optimaler Aufstellung das Potenzial, auch zukünftig vorne mitzuspielen. Die Motivation in der kommenden Saison weiter anzugreifen und die Spitzenplätze ins Visier zu nehmen, ist groß.
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Brett |
SG |
SC |
Brettpunkte |
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|---|---|---|---|---|---|
|
1 |
1551 |
1932 |
0:1 |
||
|
2 |
1517 |
1763 |
1:0 |
||
|
3 |
1341 |
1657 |
1:0 |
||
|
4 |
1324 |
1656 |
0:1 |
||
|
5 |
1460 |
1560 |
0:1 |
||
|
6 |
1191 |
1260 |
½:½ |
||
|
7 |
994 |
1270 |
½:½ |
||
|
8 |
1230 |
0:1 |
|||



