Es ist das Land der Schachspielerinnen! Frauen bekommen bei der Vermählung als Hochzeitsgeschenk ein Schachbrett geschenkt. Aus gutem Grund: Das kleine Schach-Paradies im Kaukasus stellte über Jahrzehnte die Weltmeisterin. 1962 begründete Nona Gaprindaschwili diese Tradition.
Gaprindaschwili wurde in jedem Bahnhof gefeiert
Sie gewann zwar für die UdSSR den WM-Titel, wurde aber in ihrem Heimatland gefeiert wie die deutschen Fußball-Weltmeister von 1954: In jedem Bahnhof müssten die Helden halten und erfuhren Ehrungen. Gaprindaschwili ist für Georgien das, was Franz Beckenbauer für Deutschland war: die Lichtgestalt! 1978 endete ihre Ära, mit Maja Tschiburdanidse folgte jedoch die nächste Georgierin. So saßen bis 1991 fast drei Jahrzehnte lang nur die zwei Georgierinnen auf dem WM-Thron.
Die Reisegruppe mit vier Rochade-Spielern genießt die georgische Gastfreundschaft, den berühmten Wein, das leckere Essen und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten.
Straßenmannschaft aus Tiflis trumpft bei Olympiaden auf
Scharfe Rivalinnen waren dabei auch ihre Landsmänninen Nana Alexandria und Nana Joseliani. Helmut Pfleger berichtete häufig trefflich davon, dass diese Großmeisterinnen aus einer Straße in Tiflis als “Straßenmannschaft” eine Goldmedaille nach der anderen bei der Schach-Olympiade abräumten! Von den Aushängeschildern ist ausgerechnet die Älteste der Garde, Gaprindaschwili, immer noch aktiv! Mit inzwischen 85 trumpft sie weiterhin bei Welt- und Europameisterschaften der Senioren auf!
Hartmut Metz, dessen Ehefrau Tea Metz-Patatishvili organisieren mittlerweile alljährlich eine Georgien-Reise mit ihrer Freundin Nona Salaghaia (li)
Eine Waldspende begründet Reisefieber
Vier Spieler der Rochade-Kuppenheim sind derzeit mit ihren Partnerinnen und einer kleinen Reisegruppe in Georgien unterwegs: Landesliga-Crack Michael Lorenz, Jugendleiter und Seniorenwart Thomas Braun, Webmaster Gerhard Gorges und Hartmut Metz. Dessen Ehefrau Tea Metz-Patatishvili organisiert mittlerweile aus Tradition für Freunde und deren Bekannte alljährlich eine Georgien-Reise mit ihrer Freundin Nona Salaghaia als exzellente Touristenführerin. Die Idee entstand aus dem Wunsch heraus, das Wäldchen zu sehen, für das ihre Hochzeitsspenden verwendet wurden. So entstand, auch durch eine Zugabe des georgischen Staates ein Wald mit 86.000 Bäumen.
Hartmut Metz testet in Uschguli, dem höchstgelegenen Dorf Europas die traditionellen Wehrtürme auf ihre Einsatzmöglichkeit in der Baden-Württemberg-Liga! So kann sich der Aufsteiger vielleicht mit seinen Türmen besser wehren …
Gastfreundlichkeit und Wein genießen
Aber beides (Schach und Spende) zusammen ist nicht der Hauptgrund für die Reise. Die Kuppenheimer wollen die schöne Kaukasusrepublik erkunden und das leckere Essen sowie den Wein genießen. Letzterer fußt auf die weltweit älteste Weintradition, die seit 8000 Jahren besteht.
Tea Metz-Patatishvili und der Superstar Georgiens: Rekordweltmeisterin Nona Gaprindaschwili. (Archivbild)
Ob ein Treffen mit Gaprindaschwili klappt?
Wie so oft in Georgien dominieren die starken Frauen. Inklusive der Reiseleiterin befinden sich in der Gruppe zwölf Frauen und nur fünf Männer. Schachlich sind aber die Kuppenheimer Spieler in der Überzahl. Daher würden sich die Rochade-Schachspieler nicht nur darüber freuen, im Pionierpalast auf ihre alten Mannschaftskameraden Gogi Macharaschwili und Großmeisterin Maja Lomineischwili zu treffen. In der kulturell und kulinarisch gewiss an Höhepunkten nicht armen Reise wäre es ein weiteres Highlight, die gute Bekannte von Hartmut Metz und Tea Metz-Patatishvili zu treffen: Nona Gaprindaschwili …







