Von Joachim Kick
Die Rochade wurde ihrer Favoritenrolle im Viertelfinale des badischen Mannschaftspokals gegen den Landesligisten Ersingen nicht gerecht und schied nach einem 2:2 aufgrund der Berliner Wertung aus.Bereits im Vorfeld stand die Begegnung unter keinem guten Stern. Erst am Donnerstag vor dem Spiel standen die vier Spieler des Oberligisten fest. Trotz dieser schwierigen Vorbereitung ging die Rochade mit ihrer Aufstellung als klarer Favorit in die Begegnung.
Marlon Meier macht mit Läuferopfer auf h7 kurzen Prozess
Für die frühe Führung sorgte Marlon an Brett zwei. Im Vierbauernangriff gegen die Aljechin-Verteidigung hatten beide Spieler ihre jeweiligen Pläne gefunden. Während Adrian Scheuer mit Schwarz den schwachen c4-Bauern unter Druck setzte, nutzte Meier den verwaisten Königsflügel seines Gegners, um seine Figuren optimal zu positionieren. Ein Läuferopfer auf h7 im 20. Zug entschied die Partie sofort – Schwarz gab umgehend auf.
Hatz sorgt für neuerliche Führung
Jörg Weidemann musste jedoch schon wenig später am Spitzenbrett den Ausgleich hinnehmen. In der Abtauschvariante der Französischen Verteidigung gelang es ihm, zumindest aus Sicht der Zuschauer, nie, vollständigen Ausgleich zu erreichen. Die Niederlage gegen Maximilian Naß sorgte zunächst jedoch nicht für Unruhe, denn sowohl Alexander Hatz an Brett 4 als auch Joachim Kick an Brett 3 standen klar auf Gewinn. Hatz hatte seinem Gegner mit einer kleinen taktischen Wendung den Bauern auf d4 abgenommen. Anschließend verdoppelte er seine Türme auf der d-Linie. Als Markus Klingel schließlich auch noch seinen Königsflügel schwächte, war der Sieg nur noch eine Frage der Zeit.
Kick stellt einen Läufer im einfach gewonnenen Endspiel ein
Unterdessen hatte Kick im Duell der Mannschaftskapitäne gegen den stärksten Ersinger, Dominik Waidelich (2063) ein gewonnenes Endspiel erreicht: Beide Seiten verfügten noch über einen Turm und einen Läufer, dazu fünf beziehungsweise vier Bauern. Der Gewinnplan war eigentlich klar. Weiß musste lediglich den König über h2, g3 und f4 aktivieren und anschließend seine Bauernmehrheit von drei gegen einen am Königsflügel in Bewegung setzen. Doch genau das war offenbar zu einfach für den Kuppenheimer Kapitän. Nachdem der schwarze Turm den weißen Läufer auf g2 gefesselt hatte, spielte Joachim zunächst Kg3, um die Fesselung aufzuheben. Im nächsten Zug setzte er seinen Plan mit Kf4 fort – und hatte dabei völlig übersehen, dass zuvor noch Läufer e4 nötig gewesen wäre. Zwar fesselte der schwarze Turm auf a2 den Läufer auf g2 nicht mehr, griff ihn aber weiterhin an. Nach Txg2 war die Partie schnell verloren.
Damit stand es 2:2. Aufgrund der Berliner Wertung und der Niederlagen an den Brettern 1 und 3 war die Rochade ausgeschieden. Nun spielt Ersingen im Halbfinale gegen Oberwinden. Im zweiten Halbfinale trifft Topfavorit Walldorf auf Mosbach.




