Ist ein Turnierleiter überhaupt notwendig?

Von Reinald Kloska
Seit ein paar Jahren leiden die Schachabende am Donnerstag, weil sich niemand aufgerufen fühlt, die Organisation für Vereinsturniere zu übernehmen. Auch an der Jahreshauptversammlung wurde wiederholt nachgefragt, ob sich jemand berufen fühlt, als Turnierleiter zu fungieren. Leider hatte sich auch dieses Jahr keiner gemeldet, so leiden unsere Vereinsabende weiterhin an fehlenden Turnieren und Ideen. Aber, ist ein Turnierleiter wirklich erforderlich?

Ja, man braucht jemanden, der Veranstaltungen über die Homepage und unsere WhattsApp-Gruppe ankündigt, den Event plant und am Donnerstagabend bei der Durchführung dabei ist. Nicht zu vergessen: Ein Bericht vom Event auf unserer Homepage ist zu erstellen. Es gibt also schon einiges zu tun für den Turnierleiter. Gehen wir einmal davon aus, dass an einem Donnerstag im Monat ein Turnier stattfinden soll, dann wären das 12 Ideen, 12 Vorankündigungen, 12 Berichte und 12 Mal die Turnierdurchführung begleiten.

Es könnte aber auch anders funktionieren. Ich selbst spiele gerne Blitzpartien, warum also sollte ich nicht ein Blitzturnier im Januar organisieren? Entscheiden würde ich mich für 5 Minuten Bedenkzeit ohne Inkrement (Ein Inkrement im Schach ist ein fester Zeitbonus, den ein Spieler für jeden ausgeführten Zug auf seiner Schachuhr gutgeschrieben bekommt), das benötigen nur die Spieler, die es nicht schaffen, eine Partie in fünf Minuten zu gewinnen. Anders sieht das vielleicht Hartmut Metz, er spielt vielleicht lieber 3+2 (3 Minuten für die Partie plus 2 Sekunden für jeden ausgeführten Zug). Das ist jetzt eine reine Spekulation von mir, aber ich brauche irgendwen für irgendetwas um hier weiterzukommen. Hartmut organisiert sein 3+2-Blitzturnier im Februar.

Ralf Ehret ist das alles viel zu schnell, er plant für März ein Schnellschachturnier, 15 Minuten für die Partie und fünf Runden im Schweizer System. All das ist viel zu bekannt für Joachim Kick, er will lieber Neuland betreten und schon haben wir im April ein Freestyle-Chess-Turnier mit 10+5 (es weiß ja jetzt jeder, was das 10+5 bedeutet, oder?). Kai Götzmann denkt auch an unsere Seniorengruppe und organisiert im Mai ein Skatturnier, es muss ja nicht immer Schach sein! So findet sich für mindestens jeden Monat jemand, der etwas organisiert, Abschluss ist im Dezember unser Meister-Petz-Turnier.

Es wäre also durchaus möglich, Turniere ohne Turnierleiter zu organisieren. Wenn einige bereit sind, mindestens einen Event zu organisieren, würden wir schon Einiges auf die Beine stellen. Voraussetzungen für die Organisation eines Events wären aus meiner Sicht

  • Vorankündigung des Events mit Termin, Ort und einer einfachen Ausschreibung (z. B. welche Zeit bei einem Blitzturnier) mindestens einen Monat vor dem Event auf unserer Homepage und in der WhattsApp-Gruppe (kann ja nur ein Link auf die Vorankündigung sein).
  • Erinnerung in der Woche vor dem Event auf der Homepage und in der WhattsApp-Gruppe
  • Organisatorische Durchführung des Events
  • Bericht über den Event auf der Homepage

Fehlt etwas? Auch egal! Über diese verschiedenen Turniere könnten wir auch einen Allround-Meister ermitteln. Bei jedem Turnier erhält der Sieger 20 Punkte, der Zweite 18, der Dritte 16, der Sechste erhält noch 10 Punkte und ab dem Siebten gibt es jeweils nur einen Punkt weniger, also so:

Da jede Teilnahme belohnt werden soll, gibt es mindestens immer einen Punkt.

Nach dem Meister-Petz-Turnier steht dann der Allround-Meister für das Jahr fest und kann geehrt und bepreist werden. Ein einfaches Excel wird an zentraler Stelle geführt, das in etwa so aussehen könnte:

Nebenher könnte zudem der aktivste, älteste oder jüngste Teilnehmer geehrt werden oder der mit der weitesten Anfahrt, bezogen auf alle Teilnahmen des Jahres. Auch ein Startgeld, sagen wir einmal zwei Euro pro Teilnahme, welches über das ganze Jahr gesammelt wird, könnte der Erlös für den Allround-Meister sein. Aber ein Wanderpokal, vom Verein gestiftet, täte es auch.

Und was könnte man als Event oder Turnier anbieten? Hier eine unvollständige Auswahl:

Blitzturniere mit unterschiedlichen Bedenkzeiten, Schnellschach, Freestyle-Chess, Vereinsmeisterschaft (mehrere Runden über das Jahr verteilt), Tandemturnier, Skatturnier, Schafkopftunier (bitte vorher eine Anleitung), Minigolf (z. B. im Rahmen eines Vereinsausfluges), usw.

Auch können die Skatturniere der SG Stern Gaggenau in die Jahresliste mit aufgenommen werden, denn die meisten Teilnehmer sind auch bei der Rochade Mitglied. Auch wäre zu prüfen, ob wir Nichtmitglieder teilnehmen lassen wollen und in die Jahresliste mit aufnehmen. Hier könnte man ein höheres Startgeld, z. b. 5 Euro, heranziehen.

Beginnen könnten wir diesen Versuch, Turniere am Vereinsabend oder auch an anderen Tagen und Orten zu organisieren, eigentlich sofort. Aber ab Januar 2027 wird es interessant, ob wir diese Organisationsstruktur für Vereinsturniere ein ganzes Jahr bis zur Ehrung des Siegers beim Meister Petz 2027 durchhalten. Es würde mich freuen, Eure Meinung dazu zu hören bzw. zu lesen, gerne in der WhattsApp-Gruppe.