So schnell wird man besser
Von Reinald Kloska
Gerade habe ich auf der Internetseite des Deutschen Schachbundes einen Blick auf meine Wertungszahl geworfen und durfte mich freuen. Ohne auch nur eine Partie gespielt zu haben, stieg ich um 84 Punkte von 1877 auf 1961. Wahnsinn! So gut war ich vielleicht mal um 1985, seit 2010 bewegte ich mich im Bereich zwischen 1840 und 1890. In der letzten Saison habe ich +3 geschafft, von 1874 auf 1877. Dafür waren 9 Partien notwendig, jetzt ohne Partie +84!
So schön sieht das aktuell aus:
DWZ-neu Rochade Kuppenheim
Übrigens ist Lukas Kloska mein Sohn, er hat ein Plus von 233 zu verzeichnen, selbstverständlich auch ohne eine einzige Partie gespielt zu haben. Selten, dass man das in kurzer Zeit durch Spielen erreichen kann.
Aber, wie ist das möglich, was ist passiert? Am 4. Juni gab es auf der Seite des Badischen Schachverbandes einen Artikel des Referats Wertungen mit dem Titel „Informationen zur Einführung des Wertungsportals und der Anpassung der DWZ“. Neben der Informationen zur Umstellung auf ein neues Wertungsportal wurde auch darauf hingewiesen, dass zudem eine Anpassung der Wertungszahl (DWZ) erfolgen wird:
„Mit der Umstellung auf das neue Wertungsportal wird ebenfalls eine Anpassung der DWZ erfolgen. Der Hintergrund hierfür ist die Anpassung der Elo vor etwa zwei Jahren, welche die DWZ und Elo voreinander entfernt haben.“
Und wie genau erfolgt diese Anpassung? Auch hierzu zitiere ich den Artikel des Wertungsreferenten:
„Die DWZ-Erhöhung wird sich an der Erhöhung der Elo anlehnen, im Wesentlichen folgt die den folgenden Formeln:
- falls alte DWZ < 1000: DWZ-Neu = DWZ-Alt + 400
- falls alte DWZ > 1000: DWZ-Neu = 0,64 * DWZ-Alt + 760
Hierbei wird die neue DWZ nur dann umgerechnet, wenn der Wert größer als der Wert der alten DWZ ist. Daher wird für Spieler > DWZ 2110 keine Anpassung erfolgen.“
Angesehen habe ich mir nur die Umrechnung bei einer alten DWZ > 1000 und dabei festgestellt, dass die Erhöhung der DWZ umso größer ausfällt, je kleiner die bisherige, alte DWZ war. Ich freue mich trotzdem über meine +84, gönne Lukas seine +233 und allen anderen Spielern ihren jeweiligen DWZ-Anstieg. War man allerdings bisher gut, also besser als DWZ 2110, dann gibt es nichts dazu. Pech gehabt, zu früh gut geworden!
Was mir bei der Berechnung aber aufgefallen ist, dass Spieler oder Spielerinnen mit einer DWZ von genau 1000 irgendwie aus dem Raster fallen, vielleicht müsste es ja heißen „Falls alte DWZ >= 1000“ oder „Falls alte DWZ <= 1000“. Ich denke aber, dass auch diese 1000er irgendwie bedacht werden und ein Größer- oder Kleinerzeichen im Artikel fehlt. Und als ich im Juni diesen Artikel las, dachte ich sofort an einen Aprilscherz. Ein Blick auf das aktuelle Datum ließen aber Zweifel an einem Aprilscherz aufkommen, im Juni aprilscherzt man eigentlich nicht. Und jetzt ist es tatsächlich so weit, die DWZ steigt in ungeahnte Höhen.
So wurde mein Ziel, eine DWZ zu haben, die meinem Geburtsjahr entspricht sogar noch um 3 Zähler übertroffen! Aber, ich spiele nicht wie DWZ 1961, ich spiele meist wie DWZ zwischen 1800 und 1900. Das bedeutet, ich werde in nächster Zeit wieder langsam oder schnell zu meinen 1877 zurückfinden. Vielleicht eher langsam, weil ja auch die Anderen das DWZ-Geschenk erhalten haben. Aber das ist egal, ich freue mich jetzt über 1961 und kann damit angeben, dass ich an der 2000er Marke kratze.

