16er-Kader der Rochade für die Baden-Württemberg-Liga bietet kleine Überraschungen

Der 16er-Kader der Rochade Kuppenheim für die Baden-Württemberg-Liga (BWL) steht fest. Die ersten acht Bretter der Schachgemeinschaft bringen im Durchschnitt 2215 DWZ auf die Waage. Ein paar kleine Überraschungen bietet die Aufstellung des badischen Meisters. An der Spitze findet sich aber wie gewohnt der zweifache deutsche Pokalsieger: Thilo Ehmann soll an Position eins die Kohlen aus dem Feuer reißen, auch wenn das in der dritthöchsten deutschen Liga noch schwerer wird. Jean-Luc Roos tritt nicht mehr an Brett zwei an – das angestammte Brett des Internationalen Meisters aus Straßburg bleibt aber in Familienhand! Sein Schwiegersohn und Neuzugang Emmanuel Reinhart übernimmt die herausfordernde Aufgabe vor dem ehrgeizigen Franzosen auf Position drei.

Thilo Ehmann bleibt der Spitzenspieler der Rochade Kuppenheim.

Daniel Schmitt einziger Kuppenheimer mit BWL-Erfahrung

Der bundesligaerprobte Jörg Weidemann vertritt den Aufsteiger bei optimaler Aufstellung auf Rang vier. Direkt dahinter kommt der zweite Neuzugang neben Reinhart: Daniel Schmitt ist der einzige Kuppenheimer mit BWL-Erfahrung. In der vergangenen Saison überzeugte das Toptalent bei der OSG Baden-Baden III und verlor keine Partie in den elf Runden! Solch ein Spitzenergebnis wäre 2026/27 äußerst hilfreich, um den Klassenerhalt zu schaffen. Für dieses hochgesteckte Ziel muss auch Hubert Schuh kräftig punkten. „Mister Unschlagbar“ nimmt Position sechs im Kader ein.

Emmanuel Reinhart verstärkt die Schachgemeinschaft auf Position zwei.

Strohmänner abgefackelt

Strohmänner finden sich inzwischen nicht mehr im Kader: Das liegt an einer neuen Regelung, die es auch in anderen Sportarten gibt, etwa im Tischtennis. Das bedeutet im Schach: In der Rangliste darf vor einem Spieler kein anderer Spieler mit einer um mehr als 400 niedrigeren DWZ (Stichtag 1.8. des aktuellen Jahres) gemeldet beziehungsweise eingesetzt werden. Bei fehlender DWZ wird die Elozahl zum Stichtag als Kriterium herangezogen. „Der Sportdirektor kann auf begründeten Antrag eines Vereins im Einzelfall ausnahmsweise eine Abweichung von Satz 3 genehmigen, sofern der zuständige Bezirksturnierleiter den Antrag befürwortet. Der Antrag ist beim Bezirksturnierleiter einzureichen. Ein Rechtanspruch auf eine Ausnahmegenehmigung besteht nicht, beschloss der Verbandstag 2025. So wird verhindert, dass vorne Strohmänner aufgeboten werden, damit in den niedrigeren Teams die besseren Spieler auch antreten können. Das kann zu Wettbewerbsverzerrungen bei wichtigen Duellen führen. Die Rochade hatte zwar den inaktiven Ehrenpräsidenten Reinhard Kühl stets weit vorne gemeldet, um ihn im extremen Notfall aufzustellen bei kurzfristigen Ausfällen – aber Gebrauch musste die Rochade all die Jahre nie davon machen. Dass die Strohmänner praktisch abgefackelt wurden, ist im Sinne des Sports.

Neuzugang Daniel Schmitt überzeugte bereits in der vergangenen Saison in der Baden-Württemberg-Liga.

Kresovic vor Metz und Meier

Auf Position sieben kommt die erste kleine Überraschung: Velimir Kresovic steht trotz der schlechteren Wertungszahl vor Hartmut Metz und Marlon Meier. Die beiden Topscorer der vergangenen Saison haben aber kein Problem damit: Metz wollte zwar ans Spitzenbrett – aber an das in der zweiten Mannschaft! Doch aus den gelegentlichen Einsätzen in der Landesliga wird nichts … Kapitän Joachim Kick sprach ein Machtwort bei dem jahrzehntelangen Kuppenheimer Vorkämpfer, obwohl Metz auch Platz für ihn im Oktett machen wollte. Meier steht auf Platz neun. Der bescheidene Könner sieht es aber genauso wie Metz: Kresovic hat sich seine Einsätze in der BWL verdient, schließlich holte er alle Big Points für den Titel!

Kapitän Kick nur auf Position elf

Mit Patrick Karcher verfügt die Rochade an Nummer zehn über einen weiteren brandgefährlichen Spieler: Der Schachbuch-Autor kann au den hinteren Rängen sicher nahezu jeden schlagen. Das ist im Abstiegskampf wichtig, da der Außenseiter vorne sicher einen schweren Stand haben wird. Der Theorie-Papst der Kuppenheimer findet sich erst auf Position elf: Joachim Kick steht aber sicher nicht nur als Non-playing-captain auf dem Papier. Bei Bedarf kann er aber wie alle Akteure ab Position neun im Reserve-Team auflaufen.

Axel Aschenberg zwischen bewährten Kräften

Hinter Kick folgen durchweg bewährte Kräfte: Jochen Klumpp, Markus Merklinger, Alexander Hatz und Michael Lorenz, die alle ihr Scherflein zum Erfolg in der Oberliga beitrugen. Hatz weist dabei mit 2223 Elo die fünfthöchste Elo-Zahl auf! Allerdings spielt er kaum noch international ausgewertete Partien, was sich bei der DWZ von 1991 zeigt. Und mittendrin zwischen dem genannten Quartett folgt die letzte Überraschung: Axel Aschenberg! Das einst so große Talent in den Kuppenheimer Reihen will noch einmal im Schach angreifen. Zuletzt spielte das Eigengewächs einige Turniere, was seiner Spielstärke förderlich ist. Vom Können her hätte er schon längst die erste Mannschaft verstärken können.

Fietz fällt dem verkleinerten Kader zum Opfer

Das gilt auch für den Berliner Harald Fietz, der in die Kuppenheimer Reihen zurückkehrte. Auf Grund der potenziellen Aufstellungsnöte beschloss Kick allerdings den Routinier nicht in den 16er-Kader aufzunehmen. Bei 20 Spielern, die in der Oberliga Baden auf der Liste stehen konnten, wäre Fietz natürlich dabei gewesen.

Der Kader der Rochade für die BWL-Saison (die erstgenannte Zahl ist die DWZ, die zweite die Elo-Zahl/jeweils Stand 31. Juli 2026):