Thilo Ehmann hat nach starkem Start beim Kandidatenturnier in Dresden alle Chancen auf den Aufstieg in die deutschen Meisterschaft eingebüßt. Der zweifache deutsche Pokalsieger begann mit zwei Siegen und zwei Remis. Nach dem Remis gegen Großmeister Hagen Poetsch (Heusenstamm) rettete sich der Kuppenheimer Spitzenspieler in Runde drei erneut sehenswert im Endspiel. Dank einer Festung konnte Ehmann mit Schwarz eine Niederlage gegen den Heidesheimer Paul Hinrichs (2307 Elo) abwenden.
Qualitätsopfer garantiert durchschlagenden Angriff
Seine überzeugendste Leistung bot der deutsche Pokalsieger von 2025, der auf eine Titelverteidigung im Dähne-Pokal verzichtete und lieber beim Schachgipfel sein Startrecht beim gleichzeitig ausgetragenen Kandidatenturnier nutzte, in Runde vier: Im badischen Duell überrollte Ehmann den Ettlinger Volodymyr Vyval (2300). Nach einem Qualitätsopfer mit durchschlagendem Angriff fand der Kuppenheimer zwar nicht immer die optimalen Fortsetzungen – aber Vyval hatte es mit seinem über das Brett gehetzten König noch schwerer und konnte die Niederlage nicht verhindern.
Zuferi und Uphoff bremsen Ehmann aus
Mit drei Zählern lag Ehmann damit in Reichweite des Aufstiegsplatzes in das zehnköpfige Meisterturnier. Doch im Spitzenspiel gegen den bisher voll überzeugenden Heilbronner Enis Zuferi (2356) zog der Kuppenheimer den Kürzeren. Das Remis gegen den Potsdamer Alfred Nemitz (2343) warf den Rochade-Spitzenspieler ein kleines weiteres Stück zurück. Endgültig begraben musste er die Aufstiegsambitionen im siebten Durchgang: Die Eröffnung gegen Lennart Uphoff (2288) misslang mit Weiß. Der Regensburger gab sich hernach keine Blöße mehr und vollstreckte trotz zäher Gegenwehr des Anziehenden zum vollen Punkt. Mit 3,5/7 liegt Ehmann nun abgeschlagen auf Rang 17 im 38 Teilnehmer umfassenden Feld.
In den beiden letzten Runden geht es jetzt nur noch um Resultatskosmetik. John Heinrich (Lengefeld) und Philipp Leon Klaska (Düsseldorf) – nicht zu verwechseln mit dem Kuppenheimer Reinald Kloska 😉 – führen überraschend mit 5,5/7. Im Pulk der Verfolger mit fünf Zählern finden sich Poetsch und Zuferi.
Die nächsten Runden sind weiterhin live zu verfolgen beziehungsweise die Ergebnisse anzusteuern über: https://www.schachgipfel.de/


