Siege von Edeljoker Hirn und Götzmann zu wenig / 2,5:5,5-Pleite gegen Muggensturm

Blitzgescheit: Markus Hirn siegt nach nur 10 Minuten Bedenkzeit

Von Sascha Schmidt
Im vierten Verbandsrundenspiel der mittelbadischen Bezirksklasse hält die Talfahrt des dritten Rochade-Achters an. Fritz Kolb musste kurz vor dem Schachkampf wegen eines grippalen Infekts absagen und die ohnehin ersatzgeschwächte Mannschaft konnte nur mit sieben Spielern gegen Rössl Muggensturm antreten. Den Rückstand von 0:1 glich Edeljoker Markus Hirn nach einer Stunde aus. Mit einer Bedenkzeit von nur zehn Minuten auf seiner Schachuhr spielte er seinen Kontrahenten Werner Schiebens an die Wand. Er gewann die Qualität und führte seinen druckvollen Angriff mit Bauern, Dame und Türme auf den gegnerischen Königsflügel fort. Der Muggensturmer Mannschaftskapitän hatte keine Verteidigungsmöglichkeiten mehr und musste die Waffen strecken. Am Spitzenbrett duellierten sich Reinald Kloska und Patrick Kühn. Das Muggensturmer Spitzenbrett belagerte mit Dame und Springer die königliche Stellung von Kloska, der eine Leichtfigur opferte, um Gegenspiel zu erhalten. Der Plan ging nicht auf – und als er eine weitere Leichtfigur einbüßte, gab er in aussichtsloser Lage auf. Mannschaftskapitän Schmidt suchte vergebens eine Möglichkeit, einen Vorteil gegen Ulrich Lautenbach zu erzielen, der die Holländische Verteidigung wählte. Beide neutralisierten sich auf dem Brett und einigten sich in ausgeglichener Stellung friedlich auf ein Remis. Die Führung für die Gäste baute an Brett 7 Benedikt Hagen aus.
Gegen Alexander Zloti lag er deutlich im Vorteil, da der Kuppenheimer Ersatzspieler es versäumte, rechtzeitig zu rochieren, um dadurch seine Türme zu verbinden. Sein Monarch stand nach 2,5 Stunden recht schutzlos zwischen zwei Türmen und konnte die Attacken von Hagen bald nicht mehr abwehren. So stand es 3,5:1,5 für die Gäste aus Muggensturm. Hoffnung keimte an Brett 2 auf, als Kai Götzmann den Ex-Durmersheimer Jeton Zymberi massiv mit Turm und Dame am Königsflügel unter Druck setzte. Götzmann bewahrte die Ruhe und wurde für sein konsequentes Spiel belohnt und gewann verdient seine Partie.
Wenig später durchbrach ein Jubelschrei des 78-jährigen Kurt Stoll die Stille des Schachraums. Alle schauten auf. Was war passiert? Jan Prok lehnte zuvor ein Remisangebot ab, da er sich mit den schwarzen Steinen im Vorteil sah. Beiden gelang es jedoch nicht, entscheidende Züge für einen Gewinn auf dem Brett zu finden. Stoll, der seit 62 Jahren aktiv Schach spielt, sprang plötzlich triumphierend auf, als Jan Prok einen groben Schnitzer unterlief, der zu einem Matt in zwei Zügen führte. Der unglückliche und fast verzweifelt wirkende Prok konnte seinen Lapsus kaum fassen. Damit war die Niederlage der Rochadnix besiegelt.
Bis zum Schluss stemmte sich der tapfer kämpfende Waldemar Schlangen an Brett 3 gegen seine Niederlage. Fadil Gashi hatte im Springerendspiel einen Mehrbauer, der die Entscheidung brachte. Mit nur zwei Mannschaftspunkten überwintert der dritte Rochade-Achter auf Platz acht und kämpft gegen den Abstieg. Im Januar steht ein schwieriges Spiel gegen den Tabellenführer Ottenhöfen-Seebach an.

    SGR Kuppenheim 3 1598     Röss’l Muggensturm 1600 2.99
1 19 Kloska,Reinald 1867   1 Kühn,Patrick 1962 0 1 0.37
2 22 Götzmann,Kai 1778   2 Zymberi,Jeton 1748 1 0 0.54
3 27 Schlangen,Waldemar 1607   3 Gashi,Fadil 1835 0 1 0.21
4 29 Schmidt,Sascha 1586   4 Lautenbach,Ulrich 1673 ½ ½ 0.38
5 33 Probka,Jakiv 1530   10 Stoll,Kurt 1543 0 1 0.48
6 34 Hirn,Markus 1571   11 Schiebenes,Werner 1379 1 0 0.75
7 44 Zlodi,Alexander 1249   13 Hagen,Benedikt 1432 0 1 0.26
8         15 Illy,Hannes 1226 + 0.00