Deutscher Spitzenspieler gewinnt Open in Zürich und Basel

Kurmann – Naiditsch: Schwarz setzt – fast zu einfach – Matt in drei

Von Hartmut Metz
Für Arkadij Naiditsch hat das alte Jahr in der Schweiz glanzvoll geendet – und begann bei den Eidgenossen erfolgversprechend. Durch seine Turniersiege beim Weih- nachtsopen in Zürich und beim Schachfestival in Basel sicherte sich der deutsche Spitzenspieler einen Fränkli-Regen: Die 6,5:0,5 Punkte in Zürich und 5,5:1,5 Zähler in Basel spülten dem Großmeister der OSG Baden-Baden nach dem Kurssprung des Franken am Donnerstag mehr als 5 000 Euro in die Kasse. Besonders in Zürich trumpfte Naiditsch auf. Der Weltranglisten-49. gab lediglich in der vorletzten der sieben Runden gegen den Franzosen Christian Bauer ein Remis ab. Mit sechs Punkten kam ihm nur der Ungar Laszlo Gonda nahe. Die Plätze dahinter in der Banken-Metropole sicherten sich der Norweger Torbjörn Ringdal Hansen, Naiditschs Bundesligakamerad Georg Meier und Topfavorit Richard Rapport (alle 5,5), Junioren-Weltranglistenerster aus Ungarn. In Basel ging es knapper zu:
Hier kamen gleich fünf Spieler auf 5,5 Punkte. Dank seines guten Starts wies Naiditsch die beste Feinwertung auf und blieb knapp vor Alexander Donchenko. Das 16-jährige Talent spielt für Hansa Dortmund, wo Naiditsch aufwuchs, und hatte vor dem Jahreswechsel mit seinem Sieg im holländischen Groningen bereits aufhorchen lassen. Mit an der Spitze in Basel lagen der venezolanische Großmeister Bonell Iturrizaga, der Berliner Matthias Dann und Milos Pavlovic (Serbien). Mit dem Hamburger Rasmus Svane (5:2) gefiel eine weitere deutsche Nachwuchshoffnung auf Rang sechs.
In der vierten Runde in Zürich gelang Naiditsch mit Schwarz ein leichter Sieg über Oliver Kurmann. Der Schweizer spielte dem Taktiker par excellence in die Karten.

W: Kurmann S: Naiditsch
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Sf6 4.Sg5 d5 Die einzige sinnvolle Möglichkeit, um sich gegen den Überfall auf f7 zu wehren. 5.exd5 Sa5 6.Lb5+ c6 7.dxc6 bxc6 8.Ld3 Der Theoriezug, damit der Anziehende im Falle von h6 9.Se4 in petto hat. Sd5 Für den geopferten Bauern erhält Schwarz aktives Spiel, was dem begnadeten Taktiker Naiditsch entgegenkommt. 9.Sf3 Ld6 10.0–0 0–0 11.Te1 Lg4 12.h3 Lxf3 13.Dxf3 f5!? 14.Lxf5 De7 15.De4 g6 16.Lg4 Das Abspiel sagt dem Computer noch immer für beide Seiten voll zu. Die Stellung wertet er als nahezu ausgeglichen. 16.Lxg6!? dürfte mehr im Remissinne sein. hxg6 17.Dxg6+ Dg7 18.Dxg7+ (18.De6+ ist gefährlich: Kh7 19.Te4 Sf4 20.Txf4 – Weiß zieht besser die Notbremse mit 20.Dg4 Tg8 21.Dxg7+ Txg7 22.g3 Sxh3+ 23.Kf1 Sg5, auch wenn Schwarz gutes Spiel dank der Figur für drei Bauern und voller Entwicklung erhält) Txf4 21.Dxd6 Taf8 22.Dc5 Tg8 23.g3 Tf3 24.Kf1 Sb7 25.Dxa7 Tgf8 26.Sc3 Txg3 27.Se4 Tg1+ 28.Ke2 Dg2 29.Dxb7+ Kh8 30.Kd3 Df3+ 31.Kc4 Dxe4+ 32.Kc3 Dd4+ 33.Kb3 Dd5+ 34.Kc3 Dc5+ 35.Kb3 Tgg8 36.c3 Tb8) Kxg7 19.d3 Lc5 20.Le3 Sxe3 21.fxe3 Tab8 22.b3 Sb7 23.Sd2 Sd6 24.Te2 Sf5 25.Sc4 mit ausgeglichener Stellung. Tf4 17.De2 Taf8

18.Lf3? Bereits der entscheidende Fehler. 18.Tf1 hält das Gleichgewicht nach scharfem Schlagabtausch: e4 (Lc5? ermöglicht 19.d4 Lxd4 20.Lxf4) 19.d4 (19.Sc3 h5 20.Sxd5 cxd5 21.Lxh5 gxh5 22.Dxh5 De6 23.d3 T8f5 24.Dd1 Th4 25.dxe4 Txe4) h5! 20.c4 hxg4 21.cxd5 gxh3 22.Lxf4 hxg2 23.Kxg2 Txf4 24.Th1 cxd5 25.Sc3 Dg5+ 26.Kf1 Sc4 27.Tg1 Df5 28.Sxd5! Dxd5 29.Tc1 Sb6 30.Txg6+ Kf7 31.Th6 ist unklar. Txf3!

Das Qualitätsopfer zerstört den königlichen Bauernschutz. 19.gxf3 Sf4 20.Df1 Dg5+ 21.Kh1 Dh5 22.Te3 Sxh3 23.Sc3 Andere Züge retten auch nichts mehr. 23.Dg2 e4! Bezieht den Läufer mit ein in den Angriff. 24.fxe4 (24.Sc3 exf3 25.Df1 Sxf2+ 26.Kg1 Dh2 matt) Dd1+ 25.Dg1 Dxg1 matt. e4 24.f4 Sxf4+ 25.Kg1

Schwarz setzt in drei Zügen matt. Se2+! 26.Dxe2 Dh2+ 27.Kf1 Dh1 matt.

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