Rochade mittelbadischer Blitzmeister / Metz im Einzel Zweiter

Turnierleiter Bernhard Ast (rechts) und Hördens Vorsitzender Norbert Frühe (von links) ehren das Kuppenheimer Siegerteam

Die Rochade Kuppenheim hat zum sechsten Mal in Folge die mittelbadische Meisterschaft gewonnen – aber kaum einer der 21 Titel seit 1992 war so mühevoll wie dieser in Hörden! Fast bis zur letzten Runde mussten Günther Tammert, Hartmut Metz, Jochen Klumpp und Velimir Kresovic zittern. Am Ende reichte es aber doch mit 27:5 Punkten knapp vor den Schachfreunden Sasbach (26:6) und Gastgeber Hörden (24:8). Rang vier sicherte sich der SC Rastatt (20:12) vor Iffezheim (13:19), Gernsbach (11:21), Hörden II (9:23), Vimbuch (8:24) und dem Hördener Mixed-Team (6:26). In der Vorrunde überzeugte das Rochade-Quartett – bis auf das direkte Duell mit dem Verbandsliga-Rivalen. Tammert, der mit Spitzenspieler Marco Riehle remisierte, und Velimir Kresovic mit einem Punkt über Klaus Riehle ebneten eigentlich den Weg für einen Sieg über Sasbach. Doch Metz stellte bei knapper Bedenkzeit von Dominik Bohnert seinen Läufer ein, so dass ihn Weiß noch mit einer Sekunde auf der Uhr matt setzte. Klumpp versäumte einen einfachen taktischen K.o.-Schlag gegen Andrei Ioan Trifan, was das 2;5:1,5 bedeutet hätte. So behielt Sasbach die Oberhand. In Führung lag Kuppenheim dennoch nach der Vorrunde, weil der einzige Konkurrent zweimal mit 2:2 patzte. Hörden war bereits deutlich abgeschlagen. Die Hausherren brachten jedoch dem Rochade-Vierer die nächste 1,5:2,5-Niederlage bei.
Tammert unterlag Jörg Eiler, und Metz stellte gegen Gerd Merkel seine Mehrfigur und gleich danach die gesamte Position ein. Danach war Tammert völlig von der Rolle und unterlag auch einem insgesamt stark aufspielenden Jonathan Clancy! Weil außerdem Kresovic patzte, raubte Außenseiter Iffezheim einen weiteren Punkt! Deshalb reichte der diesmal überzeugende 3:1-Sieg über Sasbach (bei einer Niederlage von Tammert) nicht alleine. Doch dafür bremsten die in der Rückrunde auftrumpfenden Hördener den Spitzenreiter! Kuppenheim lag plötzlich wieder in Front und gab die Führung trotz der schwachen 2,5:1,5 über das Hördener Mixed-Team und den SC Rastatt nicht mehr ab. Zwei 3,5:0,5 über Vimbuch und Hörden II lauteten die abschließenden Resultate auf der Zielgeraden.


Turnierleiter Bernhard Ast (rechts) und Hördens Vorsitzender Norbert Frühe (von links) ehren das Kuppenheimer Siegerteam: Velimir Kresovic, Hartmut Metz, Günther Tammert und Jochen Klumpp. Foto: Torsten Meixner

Bei der Zitterpartie begann Tammert stark mit 6/8, wobei er auch noch Rastatts Spitzenmann Nikolaus Sentef auf der Pfanne hatte. In der Rückrunde büßte der „Hexer von Balg“ seine Magie ein und musste vier Schlappen und zwei Remis in acht Begegnungen quittieren. So kam Tammert lediglich auf 9/16. Metz hätte seine zwei Niederlagen vermeiden können, aber 13/16 sind in Ordnung. Das gilt ebenso für Klumpp (11,5) und Kresovic (12,5), die in der Rückrunde nur jeweils einmal aufgeben mussten.
Im Hördener Mixed-Team, das aus Spielern mehrerer Vereine bestand, übernahm Hussain Chaltchi das Spitzenbrett. Gegen die vielen guten Leute konnte der Kuppenheimer Vizepräsident immerhin ein paar Remis sammeln. Den letzten Platz des Quartetts verhinderte das aber nicht.

Marco Riehle verteidigt Einzel-Titel

Im Einzel gab es am Nachmittag denselben Einlauf wie im Vorjahr: Marco Riehle setzte sich vor Hartmut Metz durch. Dabei geriet der Sieg des Talents diesmal deutlicher als 2014. Damals benötigte er einen Stichkampf. Heuer gab Riehle, der sich auch in schwieriger Lage durch sein schnelles Spiel und gewitzte Taktik oft herauswindet, nur ein Remis ab und sammelte 13,5/14. Metz startete mit zwei Remis gegen Gerd Merkel und Vereinskamerad Velimir Kresovic. Nach der Niederlage gegen Riehle war das Rennen gelaufen. Auch wenn der Kuppenheimer den Rest gewann, lag er mit 12 Zählern doch weit zurück. Die üblichen „Verdächtigen“ folgten auf den Plätzen – nur mit dem Unterschied, dass diesmal nicht mehr „Iffezheim“ hinter dem Vereinsnamen stand, sondern Bühlertal beziehungsweise Hörden. Ramadan Raka sicherte sich Bronze mit elf Punkten vor Jörg Eiler (10). Auf Rang fünf kam Velimir Kresovic (8,5) ein, der wegen seiner häufigen Zeitüberschreitungen eine bessere Platzierung verpasste. Hördens Vorsitzender Norbert Frühe ging punktgleich mit Kresovic über die Ziellinie.


Turnierleiter Bernhard Ast (von rechts) mit den drei Einzel-Siegern Marco Riehle, Hartmut Metz und Ramadan Raka sowie Hördens Vereinsboss Norbert Frühe. Foto: Torsten Meixner