Kuppenheim verliert Oberliga-Spitzenspiel in Waldshut-Tiengen
Von Hartmut Metz
Die Rochade Kuppenheim muss sich nun in der Oberliga auf den Klassenverbleib konzentrieren. Nach der 2,5:5,5-Schlappe beim Tabellenzweiten Waldshut-Tiengen (10:4 Zähler) fiel die Schachgemeinschaft auf Platz fünf zurück. Mit 7:7 Punkten ist der badische Pokalsieger noch nicht bar aller Abstiegssorgen, weil das Zehnerfeld dicht zusammenliegt. Der Tabellenvorletzte OSG Baden-Baden III (4:10) muss im anstehenden mittelbadischen Derby siegen, um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Die Rochade trifft außerdem am letzten Spieltag auf den Tabellenachten Kirchheim (5:9), der ebenfalls noch dringend Erfolgserlebnisse braucht und mit einigen Ungarn im Zweifelsfall stark antreten kann. In Waldshut-Tiengen sah es zunächst nicht schlecht für die Rochade aus, weiterlesen »
Grundsätzlich unterscheidet man beim Schachspiel bekanntlich Taktik und Strategie. Die Schachfiguren können sowohl taktische als auch strategische Funktionen übernehmen. Die wichtigste Funktion in der Taktik ist der Angriff (1. Angriffsfunktion). Die wichtigste Funktion in der Strategie ist die Einschränkung (2. Einschränkungsfunktion). In der Taktik startet der Kampf über einen Angriff und kann pariert werden durch eine Deckung (3. Unterstützungsfunktion). Beim strategischen Kampf werden die gegnerischen Figuren eingeschränkt, durch die Aktivität der eigenen Figuren. Die Wirkung der Figuren kann durch eine Verstellung eingeschränkt werden (4. Verstellungsfunktion). Mit einer Figur, kann man die Wirkung der eigenen Figuren ebenso einschränken, wie die Wirkung der gegnerischen Figuren. Die Verstellung hat nicht nur eine strategische Funktion, sondern auch eine taktische Funktion. Eine andere Sichtweise auf die Verstellung ist die Fesselung, sie ist eine der wichtigsten Möglichkeiten seine Stellung zu verbessern. Auf diesen vier Funktionen baut sich im Prinzip jede Schachpartie auf (J. Awerbach unterscheidet 5 Funktionen). Als Schachspieler gewinnt man an Spielstärke, wenn man sich mit diesem Wissen im praktischen Spiel übt. weiterlesen »
Fridmann – Naiditsch: Schwarz am Zug opfert einen Springer “aus dem Nichts”
Sandweierer bricht bei Weltklasseturnier nach toller Leistung ein
Von Hartmut Metz
Für den Präsidenten des Deutschen Schachbundes (DSB) steht fest: „Das ist die Partie des Jahres!“, urteilt Herbert Bastian. Lediglich der fast komplett daheim vorbereitete Sieg von Viswanathan Anand gegen Lewon Aronjan in Wijk aan Zee sei ähnlich spektakulär. Der Saarländer, der selbst schon in Baden-Baden Koryphäen wie Vizeweltmeister Viktor Kortschnoi schlug, zeigte sich angetan von der Leistung des deutschen Spitzenspielers: Mit einem grandiosen Springeropfer aus dem Nichts setzte Arkadij Naiditsch seinen Kollegen in der Nationalmannschaft Daniel Fridman enorm unter Druck. „Ich denke, dass mein Gegner etwas zu passiv gespielt hat. Nach dem Opfer habe ich sehr starken Angriff, der kaum abzuwehren ist“, meinte Naiditsch bei der Analyse der sechsten Runde bei den Grenke Chess Classic. Am Schluss brach der Weltranglisten-29. aus Sandweier jedoch ein, weil er in der achten Runde gegen den Italiener Fabiano Caruana eine Gewinnstellung ausließ. Durch drei Niederlagen fiel Naiditsch von Rang zwei auf Platz fünf mit lediglich vier Punkten zurück (wir berichteten). Das Turnier in Baden-Baden gewann so Weltmeister Viswanathan Anand weiterlesen »
Sieg mit Biss: Michael Lorenz (li.) vs Johann Wormsbecher
Leichtes 6,5:1,5 stimmt auf Spitzenspiel gegen Neumühl ein
Von Ralf Gantner
Die Rochade Kuppenheim ist gerüstet für das Spitzenspiel in der Bereichsliga Süd: Die Reserve der Schachgemeinschaft bezwang den SC Bühlertal mit 6,5:1,5 und trifft nun am 3. März auf den SC Neumühl. Beide Teams weisen jeweils 11:1 Punkte auf und kämpfen mit dem SV Vimbuch (10:2) um den Titel. Der Erfolg im Derby fiel Kuppenheim II leicht. Der Gast trat arg dezimiert an. Die Bretter sechs bis acht gingen kampflos an Hussain Chaltchi, Ralf Gantner und Jannik Lorenz. Nach kaum einer Stunde erhöhte Florian von der Ahé auf 4:0. Günter Braun wollte keinen Bauern hergeben – und verlor stattdessen eine Figur. Die Aufgabe folgte umgehend nach 17 Zügen. Spitzenspieler Markus Merklinger fand kein richtiges Gegenspiel gegen Thomas Belikan. Alexander Hatz hatte gegen Reinhold Feists dubiose Eröffnung nichts herausgeholt. Michael Lorenz konnte gegen Johann Wormsbecher schnell ausgleichen und biss auf die Zähne weiterlesen »
Mister 100%: Markus Hirn im ersten Einsatz der Saison
5,5:2,5-Erfolg bei Schlusslicht Ottenau II / Probka braucht nur zehn Minuten
Von Fritz Kolb
Die dritte Mannschaft der Rochade Kuppenheim hat sich Luft im Abstiegskampf der Bezirksklasse verschafft. Durch ein 5,5:2,5 bei Schlusslicht SK Ottenau II kletterte die Schachgemeinschaft um zwei Ränge auf Platz sieben. Mit 5:7 Punkten darf das Oktett wieder auf den Klassenerhalt hoffen. Jakiv Probka hatte trotz oder wegen seiner flotten Spielweise nach sagenhaften zehn Minuten seiner Bedenkzeit einen Turm erobert. Den Punkt ließ er sich von Pascal Streeb nicht mehr nehmen und „schoss“ die Rochade in Front. Markus Hirn erarbeitete sich eine Bauernmajorität und brachte den zweiten Zähler in die Scheuer. Waldemar Schlangen und Uwe Gantner steuerten auch ihr Scherflein bei, Letzterer durch einen Husarenstreich, der Hans Jaszka sofort zur Aufgabe zwang. weiterlesen »
Ehemaliger Weltmeister spielt seine beste Partie in Baden-Baden
Von Hartmut Metz
Baden-Baden hat so viele große Schach-Champions wie kein anderer Ort in Deutschland angezogen. Bis morgen zeigt Weltmeister Viswanathan Anand seine Kunst im LA8 bei den Grenke Chess Classic. Zuvor inspirierte die Kurstadt zwei seiner Vorgänger, deren Namen ebenfalls mit A beginnt, zu Großtaten: Zum einen gewann Adolf Anderssen das erste legendäre Turnier im Kurhaus 1870. Zum anderen trumpfte Alexander Aljechin vom 15. April bis 14. Mai 1925 auf. Der spätere Weltmeister (1927 bis 1935 und von 1937 bis zu seinem Tod 1946) deklassierte mit 16 Punkten aus 20 Runden die Weltelite. Koryphäen wie Akiba Rubinstein (14,5), Fritz Sämisch (13,5) und Jefim Bogoljubow (13) landeten deutlich hinter dem gebürtigen Russen. Bis heute in Erinnerung gebliebene Vordenker wie Aaron Nimzowitsch, Richard Reti und Siegbert Tarrasch, der das erste Buch über das Turnier verfasste, landeten abgeschlagen im Mittelfeld – nach den drei sind noch heute Eröffnungsvarianten benannt. Vor allem revolutionierten sie die Ansichten über das königliche Spiel mit ihren Prinzipien. Dem kombinationsgewaltigen Aljechin war das Trio indes in Baden-Baden nicht gewachsen. Hintergrund: Schachhistorie in Baden-Baden weiterlesen »
“Der Doppelangriff ist eine der wirkungsvollsten Gewinnmethoden im Schach: Dabei werden zwei Figuren des Gegners angegriffen. Da die Schachregeln immer nur einen Zug eines Spielers vorsehen, ist der Angriff zweiter Figuren eine besondere Herausforderung. Doch sehen Sie nun selbst in einem kurzen Partieausschnitt verschiedene Doppelangriffe live und in Farbe! Der weiße Spieler eröffnet den Kampf mit der Gewinnmethode 2 – einem kombinierten Angriff. Schwarz kontert mit der Gewinnmethode Nummer 1 – dem Doppelangriff!” (Patrick Karcher)
[Event "Trainingsstellung"]
[Site ""]
[Date "2013.02.15"]
[Round "?"]
[White "Dummy 1"]
[Black "Dummy 2"]
[Result "*"]
[Annotator "Karcher,Patrick"]
[SetUp "1"]
[FEN "r4rk1/ppqb1pp1/3b1n1p/2p1N3/5P2/1B2B2P/PPP1Q1P1/R4RK1 b - - 0 16"]
[PlyCount "7"]
[EventDate "2013.02.15"]
[EventType ""]
16... Rae8 $5 {Die wesentlichen Muster in der Stellung sind: Die Fesselung des
Bauern f7 durch den Lb3 und die Wirkung des Te8 auf der e-Linie. Der Se5
verstellt die Wirkung des Te8, weshalb der Turm den Le3 noch nicht direkt
fesselt und die De2 an die Verteidigung des Le3 bindet. Außerdem fällt die
maximale Einschränkung des Tf8 ins Auge, der keine einzige reguläre
Zugmöglichkeit hat!} 17. Ng6 $5 {Wirkt interessant – doch ist Sg6 mit
kombinierten Angriff (Angriff & maximale Einschränkung) auf Tf8 ein starker
Zug?} c4 $1 {Verstellung der Wirkungslinie des Lb3 mit einem Doppelangriff auf
Sg6 und den kombinierten Gegenangriff auf den Lb3} 18. Bxc4 {Jetzt ist die
weiße Dame an die Verteidigung von Lc4 und Le3 gebunden. Da beide Läufer
angegriffen sind (Doppelangriff) kann die Dame ihren Aufgaben nicht mehr
nachkommen und ist überlastet} (18. Qxc4 Qxc4 $1 19. Bxc4 Rxe3 $1 20. Nxf8 Kxf8
21. Rad1 {Doppelangriff auf die beiden schwarzen Läufer} Bc7 {Da der Ld7 durch
den Sf6 verteidigt wird und kein direkter Bauernangriff auf den Sf6 möglich
ist, steht Schwarz gewonnen}) 18... Rxe3 $1 19. Qxe3 Qxc4 $1 (19... Bc5 $3 {
Noch stärker: Mit einem tödlichen Doppelangriff (ist zu erkennen, indem man
das Muster des Le3 und Kg1 sieht)}) *
Drei Schach-Meister mit Tischtennisschläger: Mannschafts-Europameister Daniel Fridman (von links), Konstantin Landa und Hartmut Metz
Tischtennis für Schachspieler ein beliebter Ausgleichssport: Europameister und Sekundant Landa trainieren beim TTC Muggensturm
Von Hartmut Metz
Auf dem Brett bevorzugt Daniel Fridman solides Spiel ohne viel Risiko – an der Tischtennisplatte agiert der Mülheimer Schach-Großmeister auch bevorzugt defensiv. Sein Sekundant Konstantin Landa pflegt auf den 64 Feldern die kontrollierte Offensive – hemmungslos drauf schlägt der russische Groß- meister aber beim kleinen Zelluloidball. Mit knall- hartem Vorhand-Topspin versucht der in Dortmund lebende Landa zum Punkt zu kommen. „Wo gibt es hier einen Tischtennisclub?“, begehrte Fridman während des Weltklasse-Schachturniers in Baden- Baden zu wissen. Bei den deutschen Schach-Meisterschaften hatte er regelmäßig mit René Stern in den freien Stunden trainiert und danach ein formidables Ergebnis beim Denksport erzielt. „Hier muss ich also auch spielen“, beschloss Fridman und hatte seine Utensilien mit in die Kurstadt gebracht. Hartmut Metz, der für sein Badisches Tagblatt über das Turnier berichtet, verkündete: „Da gibt es nur einen Verein, der dafür in Betracht kommt: mein TTC Muggensturm!“ weiterlesen »
Naiditsch – Grandelius: Weiß gewinnt – O-Ton Arkadij – “ein wenig zu einfach”
Zäher Naiditsch zeigt es den „Helden mit Computern“: Aufstieg aus dem B-Turnier in Wijk aan Zee
Von Hartmut Metz
Die Festgesellschaft wartete nebenan schon seit einer halben Stunde auf die Siegerehrung, die auf 18 Uhr angesetzt war. Und die Zuschauer auf dem Live-Portal unkten auch bereits seit geraumer Zeit, was denn dieser Naiditsch noch wolle. Die Schachprogramme zeigten seit zwei Stunden an, dass die Stellung hoffnungslos Remis sei. Doch Arkadij Naiditsch wollte es nicht nur „diesen Helden mit Computern im Internet“ zeigen! Der Sandweierer vertrieb den scheußlichen Gedanken, erneut undankbarer Zweiter beim Großmeister-B-Turnier in Wijk aan Zee zu werden. Der 27-Jährige musste in den Vorjahren den Jungstars Magnus Carlsen und Anish Giri den Vortritt lassen, erinnerte sich Naiditsch und mochte sich partout nicht mit dem Gedanken anfreunden, erneut den Aufstieg ins prestigeträchtige A-Turnier 2014 hauchdünn zu verpassen. Also spielte der vieljährige Topscorer der OSG Baden-Baden trotzig weiter, auch wenn er innerlich klagte, „ausgerechnet gegen mich spielt Schlusslicht Sipke Ernst gut“! In einem Endspiel mit jeweils nur noch vier gegenüberstehenden Bauern fand Naiditsch die besten Züge – und Ernst patzte tatsächlich. So konnte die deutsche Nummer eins mit Dame und h-Bauer gegen die Dame gewinnen, auch wenn die Rechner den Remisweg aus ihrer Datenbank den Zuschauern im Web dauernd vorführten. „Ich hatte das Endspiel selbst einmal in Moskau – das war die Hölle, weiterlesen »
Toilettegate in der Schachbundesliga (Bild: Reuters)
Deutscher Schachbund reagiert drakonisch: Falko Bindrich darf zwei Jahre nicht mehr spielen
Von Hartmut Metz
Auf dem stillen Örtchen geht es beim anstehenden Doppelspieltag in der Schach-Bundesliga ruhiger zu. Vor allem die Toiletten in Emsdetten stehen am Samstag und Sonntag kaum im Fokus der Schieds- richter. Der SC Eppingen verzichtet nämlich weiter auf einen Einsatz von Falko Bindrich, der jetzt vom Deutschen Schachbund (DSB) für zwei Jahre aus dem Verkehr gezogen wurde. Grund der Sperre: Der 22-jährige Großmeister soll sich mit einem Schachprogramm auf dem Smartphone Vorteile auf dem Klo verschafft haben – oder verstieß zumindest gegen die Regularien, die ein „Beisichführen technischer Hilfsmittel untersagt“, wie der DSB sein Urteil begründet. Was Weltmeister Viswanathan Anand oder der Weltranglistenerste Magnus Carlsen mit Serienmeister OSG Baden-Baden bis dato nicht schafften, gelang mühelos durch den kuriosen Fall Bindrich: weiterlesen »
Das letzte Gefecht: Kaspar Kappeler – Hartmut Metz
Rochade trennt sich von Dreisamtal 4:4 / Oberliga-Feld dicht beisammen
Von Hartmut Metz
Die Rochade Kuppenheim hat in der Schach-Oberliga weiter Boden auf die Spitze verloren: Gegen Dreisamtal büßte der badische Pokalsieger mit dem 4:4 einen Zähler ein und liegt mit 7:5 Punkten auf Platz vier. In der äußerst ausgeglichenen Oberliga weist Kuppenheim jetzt sowohl zwei Zähler Abstand auf Spitzenreiter BG Buchen (9:3) wie den Tabellendrittletzten SG Heidelberg-Kirchheim (5:7) auf. Auf- wie Abstieg sind somit drei Runden vor Schluss in der Zehnerliga für die Schachgemeinschaft möglich. Noch unspektakulär verlief das frühe Remis zwischen Hans Wiechert und Georg Eppinger. Mit einem feinen Sieg sorgte Jean-Luc Roos für die Führung: Im Duell der Internationalen Meister (IM) schlug er ein Remisangebot von Hansjürg Känel aus und baute eine positionelle Gewinnstellung auf. weiterlesen »
„Klarer“ 2:2-„Sieg“ über Sasbach
Von Hartmut Metz
Die Rochade Kuppenheim steht einmal mehr im Endspiel des Bezirkspokals. Das 2:2 bei der Sasbacher „Reserve“, die tatsächlich aber die besten Spieler im Kader hat, hört sich jedoch knapper an, als es war. Hätte die Rochade im Halbfinale nicht auf Sicherheit gesetzt, wäre das Match wohl 3:1 ausgegangen. Gegner ist im Endspiel Sasbach I. Das starke Nachwuchsteam bezwang an den Brettern daneben Ötigheim mit 3:1 – der Bezirksligist ließ jedoch sehr gute Chancen aus und hätte auch 2,5:1,5 gewinnen können. Spannend ging es auch beim Spiel der Schachgemeinschaft zu. weiterlesen »