Fest des königlichen Spiels im Schloss

Giri – Prusikin: Mit Minusdame droht Weiß weiterer Materialverlust – höchste Zeit den Turbo zu zünden…

Fantastisches Damenopfer rettet Kronprinz Giri den Kopf
Von Hartmut Metz
Die Bundesliga-Schlussrunde im Schwetzinger Schloss ist auf einhellige Begeisterung bei den 16 Vereinen, Spielern und Zuschauern gestoßen. Das einzigartige Ambiente zog zahlreiche Fans an – und obwohl diese den Großmeistern fast zu nah auf die Pelle rücken konnten, störten sich die Stars nicht daran. Die drei letzten Spieltage waren ein Fest des königlichen Spiels, bei dem sogar Legende Anatoli Karpow mitwirkte. Der Ex-Weltmeister gab ein Simultan und ging am Sonntag für Gastgeber Hockenheim ans Brett. Der 61-Jährige bewies dabei seine Klasse und trotzte dem beim WM-Kandidatenturnier drittplatzierten Peter Swidler von Meister OSG Baden-Baden ein Remis ab. Die aufregendste Partie im Schloss spielte jedoch einer von Karpows Kronprinzen: Anish Giri. Der Nieder- länder mit russisch-nepalesischen Wurzeln steht mit 18 Jahren bereits auf Platz 21 der Weltrangliste.
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DWZ-Plus: Spielanlage

“In dieser kurzen Partie sehen Sie eine Mischung aus starken positionellen Zügen und noch stärkeren taktischen Ideen in zwei bis drei Schlüsselpositionen!” (Patrick Karcher)

 

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Stückl-Sieg zu wenig

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Stiftet “Verwirrung im gegnerischen Lager”: Zeitnotspezialist Toni Stückl

Vizemeister Kuppenheim II unterliegt abstiegs- gefährdeten Baden-Badenern
Von Ralf Gantner
Zum letzten Spiel der diesjährigen Saison trafen wir auf die sechste Mannschaft der OSG Baden-Baden. Während wir keine höheren Ansprüche als Vizemeister der badischen Bereichsliga Süd (13:5 Punkte am Saisonende) hatten, kämpfte der Gastgeber im Fernduell mit Kehl (beide letztlich 7:11 Punkte) um den Klassenerhalt – am Schluss erwischte es aber die unglücklichen Gernsbacher (6:12), die im Murgtal-Derby Ottenau unterlagen. Meister wurde souverän Neumühl (16:2). Neben den Gernsbachern muss auch der SC Rastatt II (1:17) in die Bezirksklasse. Die Rochade-Reserve war bei der 3:5-Niederlage schlagkräftig besetzt, allerdings durch den Ausfall der „Familie Lorenz“ dezimiert, so dass wir einen 0:1-Rückstand zu kompensieren hatten. Mit einem schnellen Remis von Reinald Kloska gegen Reinhold Becker begann die Begegnung. Hiernach stand uns ein erbitterter Kampf bevor, der erst nach über 5,5 Stunden ein Ende fand. Alexander Hatz war mit etwas Nachteil aus der Eröffnung gekommen, alle anderen Begegnungen waren unklar.
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Dritte entgeht Abstieg

Aktivposten im (Sch)Rumpfteam: Schatzmeister Ralf Ehret remisiert im einzigen Saisoneinsatz

2,5:5,5-Niederlage gegen Bezirksklassen-Meister Iffezheim II
Von Fritz Kolb
Die Rochade III hat sich durchaus wacker gegen Iffezheim II geschlagen. Der Meister der Bezirksklasse Mittelbaden, der ebenso wie Lichtental mit 15:3 Punkten aufsteigt, schlug am letzten Spieltag Kuppenheim mit 5,5:2,5. Ötigheim (14:4) verpasste durch ein 4:4 in Weitenung den Aufstieg in die Bereichsklasse. Der Klassenerhalt war dem Tabellenachten (5:13) praktisch schon vorher nicht mehr zu nehmen, weil Vimbuch II (3:15) von den Brettpunkten her bereits weit abgeschlagen war. Schlusslicht Ottenau II (1:17) lag noch weiter dahinter. Gegen Iffezheim II musste die Dritte auf Grund zahlreicher Spieler-Absagen zu sechst antreten. Das Ergebnis hielt vor allem Waldemar Schlangen in Grenzen. Er schlug überraschend den deutlich höher bewerteten Gerald Kramer an Brett zwei! Spitzenspieler Konstantin Scheuermann, Ralf Ehret und Markus Hirn remisierten überdies. Jakiv Probka unterlag ebenso wie Fritz Kolb – der Kapitän bekam es jedoch mit dem exakt 450 DWZ höher rangierenden Markus Ehrlacher zu tun. Insgesamt darf die Mannschaft von Kolb die relativ knappe Niederlage als Erfolg werten.
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Morde im Bett und auf dem Brett

Problemkomposition im „St. Louis Globe Democrat“ 1887: Mord in acht Zügen

Krimiautor Tim Krabbé begeistert mit Thrillern wie Schachbüchern
Von Hartmut Metz
Das goldene Ei“ hat sich für Tim Krabbé zumindest bei den Preisen als solches entpuppt: Für das Buch erhielt der Holländer 1993 den internationalen schwedischen Krimipreis. Seine Thriller wurden in 16 Sprachen übersetzt und fünf davon laut Wikipedia verfilmt. Den Schach- spielern ist der Amsterdamer aber noch mehr als seine Morde im Bett durch die Schlachten auf dem Brett ein Begriff: Zum einen schrieb er 1972 eine Biografie über den neuen Weltmeister Bobby Fischer, zum anderen verfasste Krabbé die grandiosen Bändchen „Schach-Besonder- heiten“ (Teil 1 und 2). Der in den 70er Jahren zur erweiterten niederländischen Schach-Spitze zählende Autor präsentiert darin zahllose Kuriositäten auf dem Brett. Vergangenen Samstag feierte er ebenso wie Legende Garri Kasparow runden Geburtstag. Während der Ex-Weltmeister „erst“ 50 wurde (wir berichteten), beging Krabbé sein 70. Wiegenfest. Besonders widmete sich der Jubilar im ersten Band von „Schach-Besonderheiten“, der 1987 im Econ-Verlag erschien, der Rochade.
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Rochade macht Klassenerhalt perfekt

3,5 aus 4: FM-Quartett Heinz, Hubert, Hans und Hartmut

Hubert Schuh trumpft beim Kuppenheimer 5:3 in Heidelberg auf
Von Hartmut Metz
Ein bisschen zitterten die Schachspieler der Rochade Kuppenheim um den Klassenverbleib im badischen Oberhaus – aber letztlich hätte der Oberligist sogar das letzte Saison-Match mit 0,5:7,5 verlieren können, ohne abzusteigen. Doch um nicht von Ergebnissen auf anderen Brettern abhängig zu sein, benötigte der badische Pokalsieger bei der SG Heidelberg-Kirchheim mindestens ein 4:4. Am Ende hievte sich die Rochade mit einem souveränen 5:3 sogar noch auf 9:9 Punkte und Platz fünf in der Zehnerliga. Gleich vier Teams dahinter wiesen 7:11 Zähler auf – wegen der schlechtesten Brettpunkte muss Brombach zurück in die Verbandsliga. Die ebenfalls gefährdeten Teams der OSG Baden-Baden III und Dreisamtal trennten sich nach sieben Stunden 4:4. So geht statt Dreisamtal Brombach eine Klasse tiefer, weil der Tabellenvorletzte das Duell gegen das nominell deutlich schlechtere Schlusslicht Ladenburg haushoch mit 1,5:6,5 verlor. Souverän Meister wurde Buchen. Der Zweitliga-Absteiger (15:3) lag dank der Waldshuter Niederlage gegen Ettlingen (beide 12:6) deutlich vor den Verfolgern. Die Kuppenheimer Nerven beruhigte der gute Start:
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DWZ-Plus: Wie erzwingt man Materialgewinn?

“Wie gewinnt man Material? Durch das Schlagen einer Figur oder die Verwandlung eines Freibauern! Wie erzwingt man Materialgewinn? Durch eine der drei Gewinnmethoden: Dem Doppelangriff (GM1), dem kombinierter Angriff bei dem eine gegnerische Figur angegriffen und eingeschränkt wird (GM2), sowie durch einen Freibauern, der auf das Umwandlungsfeld vorziehen bzw. schlagen kann ohne dass eine gegnerische Figur das Umwandlungsfeld kontrolliert (GM3). Gibt es wirklich keine anderen Gewinnmethoden? Nein, letztlich gewinnt man durch den kombinierten Angriff auf den gegnerischen König (GM2). Zuvor erzielt man einen Materialgewinn mit einer der drei Gewinnmethoden oder einen Zugewinn an Stellungsqualität. In diesem Training geht es lediglich um die materiellen Gewinnmethoden.” (Patrick Karcher)
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Kasparow beißt sich an Putin die Zähne aus

Kasparow – Salow: Weiß am Zug spielt den “lupenreinen Diktator”

Der größte Schachspieler aller Zeiten wird heute 50 / Russe bereut wohl frühen Abschied vom Brett
Von Hartmut Metz
Garri Kasparow ist am Schachbrett und daneben immer aggressiv zu Werke gegangen. Laue Kom- promisse kennt der Russe nicht, der heute seinen 50. Geburtstag feiert. Entsprechend agiert der Jubilar auch in der Politik. Mit Aussagen wie „Putin wird vor Gericht kommen – und deswegen kämpft er wie eine Ratte, die in die Ecke gedrängt wurde!“, verschafft man sich zwar im Ausland Gehör – doch im Riesenreich selbst haben harsche Töne, die den Kreml-Chef in die Nähe der Mafia rücken, lediglich Repressionen zur Folge. Wenig überraschend, dass Kasparow deshalb zweimal bei Demonstrationen fest- genommen wurde. Einmal steckten ihn Handlanger Putins fünf Tage in Haft und kam erst nach Intervention von Amnesty International frei, im Vorjahr wurde der ehemalige Weltmeister von Polizisten weggetragen und nach eigener Aussage verletzt. Der Oppositionspolitiker schien zuletzt müde zu werden mangels Erfolgen. Außer dass Kasparow diese Woche seinen Abschied als Chef der Oppositionsvereinigung Solidarnost ankündigte, wurden auch Spekulationen bekannt, laut denen der Jubilar emigrieren wolle. Putin wird kaum traurig darüber sein, weil der 13. Weltmeister der Schach-Geschichte zumindest im Westen häufig Gehör findet. Das „Time Magazin“ zählte Kasparow deshalb 2007 zu den „100 einflussreichsten Menschen der Welt“.
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Carlsen geht mit Zuversicht in die WM

Radjabow – Carlsen: Schwarz behält nach 80 Zügen die Übersicht – und nutzt den Fehler Sc4 “eiskalt”

Norweger sieht sich als „verdienter Sieger“ des Kandidatenturniers
Von Hartmut Metz
Magnus Carlsen streckt die Hand nach dem WM-Titel aus. In dem dramatischen Kandidaten- turnier in London qualifizierte sich der 22-Jährige für das Match mit Weltmeister Viswanathan Anand. Der Weltranglistenerste wollte keine Prognose für November abgeben, hob jedoch einen Unterschied zum im Ranking nur noch auf Platz sechs geführten Inder hervor: „Anand verfolgt eine andere Philo- sophie. Ich gewinne Turniere und er konzentriert sich darauf, seinen WM-Titel zu verteidigen“, meint der Herausforderer und schiebt nach, „ich bin sicher, dass er stark spielen wird – aber wenn ich Druck auf ihn ausübe, kann ich ihn schlagen!“ Seinen Turniersieg bei dem mit 510000 Euro dotierten Wettbewerb hielt Carlsen für „verdient. Bevor ich mich am Schluss selbst enttäuschte und lächerlich spielte, war ich hier bis zur elften Runde am besten“, strotzte der Osloer Vorstädter nach seiner Schlussrunden-Niederlage gegen Peter Swidler wieder vor Selbstvertrauen. Die Schlappe erklärte sich der 22-Jährige wie sein Bezwinger und auch Kramnik mit der unklaren Ausgangslage:
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Nur Würfel machen Schach zum Zuschauersport

Gelfand – Aronian: Weiß setzt nach h5 den “tödlichen” Konter

Magnus Carlsen reicht als Sensation beim Kandi- daten-Finale in London nicht: Das innovative “Chess Casting” soll das königliche Spiel popu- larisieren
Von Hartmut Metz
Optimismus ist gut und sorgt zuweilen für neue Höchstleistungen. Im Falle des Kandidaten-Finales in London muss aber beim Schach wieder einmal eher ein „Zweck“ pessimistisch davorgestellt werden. Zwar verfolgen Millionen rund um den Globus fasziniert den Siegeslauf des Weltrang- listenersten Magnus Carlsen, aber der Optimismus, den die Organisatoren des aufregenden Turniers zur Schau tragen, dürfte übertrieben sein. Auch diesmal wird der Denksport nicht viel populärer werden. Außer in Norwegen natürlich: Carlsens Heimatland würde bei einem Turniererfolg dem WM-Match im November gegen den indischen Titelverteidiger Viswanathan Anand entgegen fiebern. Andrew Paulson vom neuen Vermarkter Agon will „versuchen, das Image des Schachs zu wandeln. Bisher war es ein Spiel für zwei Leute. Wir wollen erreichen, dass es zur Unterhaltung für alle wird, zum Zuschauersport“, verkündet der Brite in einer BBC-Talkshow und verweist auf eine Agon-Untersuchung laut der weltweit „70 Prozent schon mal Schach spielten“. Nun sei es an der Zeit, das königliche Spiel besser zu präsentieren
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Rochade-Reserve gewinnt Spitzenspiel

4,5:3,5-Sieg über Vimbuch trotz 0:2-Rückstands / Titelgewinn in Bereichsliga aber utopisch
Von Ralf Gantner
Die Reserve der Rochade Kuppenheim hat wieder Platz zwei in der badischen Bereichsliga Süd über- nommen. Durch ein 4,5:3,5 überflügelte die Schach- gemeinschaft den direkten Konkurrenten Vimbuch. Für den Titel reicht es nach mensch- lichem Ermessen nicht mehr: Der SC Neumühl führt mit 15:1 Punkten vor der Rochade II (13:3) und Vimbuch (12:4). Lediglich bei einem eigenen 8:0-Sieg und einer 0:8-Schlappe des Spitzenreiters stiege Kuppenheim noch in die Landesliga auf. Zum Spiel der Kandidaten auf die Vizemeisterschaft oder der goldenen Ananas wurde das Duell der alten Rivalen.
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Spitzenreiter Ötigheim dominiert

Bestes Tennis nach Mitternacht: Hallenbezirksmeister (Ü50) Waldemar Schlangen

Nur Schlangen, Götzmann und Gorges holen beim 2:6 Zählbares
Von Fritz Kolb
Kuppenheim III war beim Spitzenreiter der Bezirksklasse Mittelbaden chancenlos: Der SK Ötigheim unterstrich mit einem 6:2 seine Aufstiegsambitionen. Die Telldörfler liegen mit einem Brettpunkt Vorsprung an der Spitze vor Iffezheim II und Lichtental. Für den Tabellensiebten, der mit 5:11 Punkten den Klassenerhalt bereits sicher hat, gewann allein Waldemar Schlangen. Im Endspiel blockierte der Kuppenheimer in raffinierter Weise den König und Springer von Bernd Kölmel, so dass sich sein Bauer umwandeln konnte. Kai Götzmann und Gerhard Gorges verteidigten gegen nominell stärkere Kontrahenten, Kolja Kühn und Eugen Braun, ein Remis. Das waren die paar Lichtblicke der Gäste. Klaus Harsch, Konstantin Scheuermann, Jakiv Probka und Kapitän Fritz Kolb mussten ihren stärkeren Gegnern Tribut zollen. Zudem ging das letzte Brett kampflos verloren.
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